z.Abschn. Einricht. u. Rüst. d. Kavallerie. 123
äussersten Europäischen Ländern machten, waren unteranderem Raube auch cine ungeheuere Menge Kinderbeiderlei Geschlechtes zusammengebracht worden, dieman auf Kosten des StaalS erziehn lies, um nachdem Vorschlage Agis B ictas, eines Mannes, derbei seiner Nation im Rufe einer grossen Heiligkeit standund von dem Sultan zu Rathe gezogen worden war,eine bleibende Kriegsmacht zu bilden. So entstandenzuerst die Janizaren — deren Namen soviel alsNeue-Krieger bedeutet — die von ihrem Stifterverschiedene Sittengesctze, besonders das Gebot einesunbedingten Gehorsams gegen ihre Befehlshaber er-hielten ss ).
§. 107.
Das Korps der Janizaren war anfangs nicht star-ker als etwa zwölfcauftnd Mann; seit S o l y m a n n SZeiten aber stieg es bis auf 54222 in «96 Obasoder Kompagnien vertheilet. Von diesen waren ichunter dem Namen der Je ja beyS zur Besatzung derwichtigsten Grenzplatze bestimmt, und ihre Offiziereharten das Vorrecht: vor dem Ober-Befehlshaberzu Pferde zu erscheinen. Alle Befehlshaber der übri-gen Kompagnien hingegen, von den 61 Bolnkisund Z4 SeymenyS hiessen, mußten ihren Dienstzu Fusse verrichten. Aus dem ganzen Korps wurden930 Mann unter dem Namen der CorigyS ausge-sucht, und zur Besatzung der Residenzen bestimmt, einanderer Theil bildete gleichsam die Invaliden, underhielt zur Belohnung ihrer vorigen Dienste noch dengewöhnlichen Sold. Sie hiessen OturakyS undihre Zahl stieg im Jahr 1 680 über zehrn Tausend.
ss) Marsigli Stato militare dell’ Imper. Ottomanno fol.
Tötn. I. p. 67 seq.