Band 
Zweyter Band.
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V. Zeitraum.

ahmte während dieses Zeitraumes keine einzige Machtden Preussen darinnen nach. Die Franzosen warenund blieben das Einzige Vorbild, auf das mansahe; nur sie hielt man für das militairifche Ideal,das man zu erreichen suchen müsse. Weil nun diese :immer noch vier Mann tief standen, wozu sie auch zumTheil durch die längere Beibehaltung der Pique bewo« ;gen wurden, folgte man ihnen sklavisch darinnen nach, :obgleich bei allen Deutschen Heeren die Piquen schon 'langst abgeschafk worden waren, und selbst die Bajor ^nette des dritten Gliedes nicht einmal bis vor dieFronte reichen, folglich die Nutzlosigkeit des viertenGliedes dadurch völlig evident wird r )- Von demWahne aber: daß Sechs Glieder nothwendig wären,um bei dem Gliederfeuer Zeit genug zum Laden zu ha-ben, den man zu Anfange dieses ZeitranineS hegte °),war man zurück gekommen, feit die Einführung der ^papiernen Patronen -und des Französischen Schlosses ■die Ladung um ein Beträchtliches abgekürzt halte.Die Grenadiere wurden daher auch schon bei allen :Truppen in drei Glieder gestellct, während die Mus-ketiere immer noch vier und Sechs Mann tief standen *).

r) In der Schlacht bei St. Gotthard 1664 standen dieKaiserlichen in Sechs Gliedern, von den die vier hinter- 'sten Piqueniere, die beiden vordersten aber Musketierewaren. Gegen die Türken fühlte man überhaupt zuerstdie Nothwendigkeit: die Leute auf der Stelle gleich wie- ,der laden zu lassen, weil die immer in vollem Zagenanprellende Türkische Neuterei durch das bisher üblicheHin- und Herlaufen bei der Chargirung leicht Gelegen-heit bekam irgendwo einzubrechen und die Znfanterie inUnordnung zu bringen. Memoir. de Moutecuc. T. 3.liv. 3. cap. 4.

s) Moutecuc. 1 . c. liv. I. cap. 2.

0 Flemmings Deutscher Soldat S.- 18 .

§.