143
V. Zeitraum.
und rückwärts Front machten. Von Formirung einergeschlossenen Kolonne, voin Deployren und vom schnel-len Aufmarsch am Feinde hacke man damals noch keineIdee.
§. 14k.
Mit der flachen Stellung (Ordre mince) war auchdas hohle Quacree aufgekommen, das durch die ver-mehrte Geschwindigkeit des Feuers und durch die lang-famkeit der Reulerei in diesem Zeiträume ein besonderesAnsehen erlangte. Immer finden fich Beispiele: daßdie Infanterie gegen eine überlegene Reuterei ein Quarrree formirie, und nie oder doch nur äusserst selten wardleztereS durchbrochen. Nach der Schlacht bei Ramilrlies (1700) war das Regiment Elsaß von der Ka-vallerie der Alliirren umringt, und sezie seinen Marsch,in ein Quarree formiret, ohngeachrel aller wiederholtenAngriffe bis Tirlemont fort, das drei Stunden vomSchlachrfelde entlegen ist ^). So formirte nach demTreffen bei Kalifch (>726) die geschlagene Schwedi-sche Infanterie ebenfalls ein Quarree, wies alle Angriffedes Feindes zurück, und nöthigte ihn dadurch, sie aufKapitulation anzunehmen e ). Das von den Sachsenin der unglücklichen Schlacht bei Frauenstadt formirteQuarree aber ward von der Schwedischen Reutereidurchbrochen, weil sie sich nicht mit Feuern aufhielt,sondern rasch mit dem Degen in der Faust angris l ).
Es gab zwei verschiedene Arten, das Quarree zuformiren: die erste bestand darinnen, daß man dasBataillon in fünf Divisionen theilte, von den jedoch
dir
6) Turpin Comment, für Montecuc. Tom I. p. 194.«) Adlerfeld hist. inilit. de Charl. XII, T. Z. p. 78.f) Adierfeid i. c, Tom, 2. p. S 44 -