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Zweyter Band.
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j. Abschn. Kriegszucht.

Kriegsrathe für die Ucbergabe gestimmt hatten, wur-den kassirt und zu ewigem Gefängniß vcrurtheilt; derOberste Browcr aber ward auf drei Monathe vomDienst suspendirct c ). Nicht minder ließ Per erder Große nach dem Treffen bei Holowczin alleSoldaten, die im Rücken verwundet waren, zu Sech-sen loofen, die Auögeloosten aber erschiessen

§. 188.

Obfchon bei allen nun stehenden Armeen die schärf-sten Gefche in Absicht der Mannszuchc existirten; fin-det man doch sehr häufig, daß sie — oft selbst unge-straft — übertreten wurden. Ludwig von Ban-den sagte 169z im General-Befehl: "Die Ordnung„und die wahre Mannszucht sei vcrnachläßigek und„durch tausenderlei Mißbräuche dergestalt in Abnahme„gekommen, daß er sich gcnöthiget sehe, sie durch An-„Wendung der äussersten Strenge wieder herzustellen".

Bei anderen Heeren war eö derselbe Fall. Dienemlichen Ursachen: Sittenverderbniß und ausschwei-fender Luxus der Offiziere, und durch stetes Aussen-bleiben des Soldes erzeugter Mangel und Zügellosig-keit der Gemeinen, brachten gleiche Wirkungen her-vor : Räubereien, Plünderungen und ein beinahegänzliches Verschwinden aller Mannszucht. Im Jahr1692 machten die Spanischen Soldaten in den Nie-derlanden die Straßen unsicher, weil sie keinen Soldbekamen, und ihnen zu ihrem Unterhalte nichts übrigblieb, als betteln ober stehlen *). In Frankreichwar schon seit den bürgerlichen Kriegen nach Hein-richs

r) ladest. Europae. Bd. XIV, ©.775.

d) Mauvill. hist. de Pierre I. 3; ©.302.

e) Theatr. Europ. T. XIV; p. 372.