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Zweyter Band.
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V. Zcitrau m.

richs des Zweiten Tode die KriegSzucht sehr inVerfall gekommen; denn ward sie auch unter denfolgenden Regenten zuweilen durch strenge Ahndungenwieder hergestellt, glich dies doch mehr dem plötzlichenAuflodern einer ersterbenden Leuchte, als daß ste hät-te feste Wurzel schlagen sollen. Die Befehlshabersahen den marodirendcn Soldaten gewöhnlich nach,und überließe» ihre Bestrafung dem Ohngefär, wannsie von dem Gencralgewaltiger angetroffen wurden,während die alten Soldaten ihre erst kürzlich ange-worbenen Kameraden durch Schläge zwangen: auszu-gehen lind etwas herbeizuholen f ). V i llar- s sagtselbst, daß eine einzige Fouragirung bei Neubukgi703 ihm mehr Menschen gekostet habe, als dasTreffen bei Höchstädt e ). Aller Bemühungen derFeldherren ohngcachtet konnte dies Uebel nie ganz aus-gerottet werden, und es fehlten bei den Franzosen nichtselten wohl ein Drittheil der Truppen, die stch in diebenachbarten Dörfer verlaufen hatten h ). Man^ darf sich um so weniger hierüber wundern, da Lud-wig der Viezehnte ja selbst seine SoldatenRauben und Brennen lehrte; da er selbst sie in den un-glücklichen Rheinländern wüthen hieß, wie kaumTilly in Magdeburg wüthete 0 . Ein änliches Bei-spiel in demselben Zeiträume zeigt uns Petcrö desGroßen Heer auf dem Rückzüge aus Licvland, wodie Russen alles verwüsteten und nichts als rauchendeBrandstätte hinter stch ließen. Dcrpat plünderten sie,

und

5 ) Vie du Marech. Duc Je Villars Part. I; p. 176.

g) ib. Part. i ; p.^38.

h) St«. Cruz. T. 3 ; Des Campcmcnts cap. 10 . Man ver-gicks c Fcuquieres I; cap. 25.

i) viel. Sehlözers Staatscmzcigen IZ Vd. l Heft. No. 44.und 45.