212
V. Zeitraum.
ten, die durch dazwischen liegende Brustwehren mitaus- und eingehenden Winkeln zusammenhiengen, undharken besonders den Fehler, daß sie, ihrer Ausdehnungohngeachtet, leicht umgangen werden konnten. 1706legte V i l l a r s die Lauterburger Linien an, die in ihrerForm sich blos den Wendungen des Terrains amschmiegen, und vor sich und zwischen sich Redutenhaben, von den sie flankirt sind. Späterhin entstan-den mehrere solche Verschanzungen, besonders in denNiederlanden, wo man jede nur einigermaßen guteStellung durch Linien unüberwindlich zu machen glaub-te, da sie doch blos dazu dienten: der Armee in ihrenBewegungen hinderlich zu sein.
Ludwig vonBaaden hielt ebenfalls die Stoll-hofer oder Bühler Linien immer für seinen leßten Zu-fluchtsort, wohin er sich zurückzog, wann die Kaba-len des Wiener Kabinettes und die gewöhnliche schlechteBeschaffenheit der Reichöarmee ihm nicht offensiv zuagiren erlaubten; und er unterließ nie, diese Linienjährlich durch neue Verschanzungen zu verstärken. Den-noch mißlang der von den Franzosen daraus 172z ge-machte Angriff blos deshalb, weil in der Ausführungdes Entwurfes Fehler vorgiengen, und der GeneralBlaiu ville, der die Linien über das Gebirge mitfünf und zwanzig Bataillonen umgehen sollte, zuspät kam. Der Versuch ward auf eine eben so zweck-lose Weise wiederholet und hatte denselben Erfolg.Nun gieng VillarS weiter, vereinigte sich bei Dutt-lingen mit dem Kurfürsten von Bayern, und — dieStollhofer Linien waren für dies Jahr unbrauchbar.Man sollte fast glauben: VillarS habe aus altfranrzösifcher Urbanität die Stollhofer Linien nicht erobernwollen, deren Erhaltung dem Prinzen von Baar
den