Band 
Zweyter Band.
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6. Abschn. Lager und Feldverschanzungen. 217

Zwischenräume des Lagers bei den verschiedenen Hee-ren auch verschieden. Die Brandenburger harren seitKurfürst FriedrichWillhelmS des Großen Zei-ten bei jeder Jnfanrcrie-Kompagnie fünf und zwan-zig Zelte, wovon auf jede Seile der Gasse zwölfekamen. Eins aber für die Wacht abgegeben ward.Die Fahnen standen vor der Mitte des Bataillons,die Trommeln aber lagen auf den Flügeln, weil dieSpielleute bei Formirung des Bataillons dahin traren.Hinter der Fronte waren zuerst die Offizier-Zelle, dannkamen die Bagagewagen, und hinter diesen die Mar-ketender und Kochlöcher v ). Die Holländer hattenwegen ihrer schwächeren Kompagnien bei jeder nichtmehr als zwölf Zelte, die in einer Reihe aufgeschlagenwurden. Nur selten kampirtcn sie in zwei Reihen,wenn sie dem Feinde eine größere Fronte zeigen wollten.

Bei den Franzose» war die Deutsche Art, mitKompagniegaffen zu lagern, nebst den Gewehr-mänteln im Jahr 1672 durch den Obersten Mar-tin e t eingeführet. Sie behielten das Eigenthümlichebei: daß die Kochlöcher zehen Schritt hinter den Zel-ten der Gemeinen, eben so weit hinter diesen aber dieMarketenderzelre waren. Dann kamen noch zwanzigSchritt weiter zurück die Zelte der Subaltern- undStaaböoffiziere w ). Auf jedes Gemeine Zelt wurdenzwei Schritt, auf den Zwifchenraum aber Ein Schrittgerechnet. Die gewöhnliche Breite der Kompagnie-gassen war fechzehen , die der Brandgassen hingegenzwei Schritt. Zehen Schritt vor der Fronte des Ba-taillons standen die Gewehrkrenze oder Pyramiden,hundert Schritte vor diesen aber die Fahnenwacht.

§.214.

v) Hernrerts Beitr. zur Drandenb Kriegsgesch. S.4$,

w) Bombelles scrvicc joura. de l’Infanter, p. 70 se^.

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