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Zweyter Band.
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7. Abschn. Festungsbau.

Z. 221.

Man machte gewöhnlich den Bollwerkswinkelspihig und die Flanken länger, als bei der Italieni-schen Manier; allein, man fieng zugleich häufig an,die Sekondflanqne und die Faussebray vor den Voll-werköfa>;en weg zu lassen, denn man hielt besondersdie letztere für nachtheiiig b ). Man glaubte: sie nutzezu Vertheidigung des Grabens Nichts, weil sie vonden feindlichen Batterien auf der Contrefcarpe leichtüberhöhet und der Länge nach bcsirichen werden könne;auch begünstige sie den Sturm, weil der Feind sichauf ihr ausbreiten, und nun den Hauptwall mitgrößerer Fronte ersteigen könne c ). Dieser VorwurfHatte vorzüglich bei dem Niederländischen Erdbau eini-gen Schein für sich, wo der Wall durch die Längeder Zeit immer eine etwas flächere Böschung erhielt,und deshalb von dem stürmenden Feinde leichter er-stiegen werden konnte.

§. 222 .

An der Spitze derer, welche von der Niederlän-dischen Manier auf die eben gesagte Weise am mei-sten abwichen, stand Vauban, ein Mann, denseine Bekanntschaft mit den besten Werken der älterenKriegsbaumeisier und seine vielfache Erfahrung vorvielen anderen berechtigten: ein neues Befestigungö-System aufzustellen, obschon er stets behauptete: erhabe keine eigene Manier, sondern richte sich blosnach der Beschaffenheit des Terrains. Er hat auchwirklich kein besonderes Werk über die Kriegsbaukunsthinterlassen; wir kennen seine Manier blos aus den

Wer-

d) Ant. de Ville del« Charge desGour. Par. 1656. p. 304.c) yeid^msan» Aisftitect. militari», j. Th. I. Kap. S. 6.