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V. Zeitraum.
§. 2Z2.
Cöhorn war Vaubans Nebenbuhler im eigent-lichsten Verstände. Er baucte nicht »nr die Nieder«ländischen Festungen nach einem andern Systeme, alsder letztere, sondern führte auch mehrere Belagerun-gen der von diesem angelegten Plätze, oder verthei-digte die von ihm belagerten Festungen p ). SeineBefestigungsmanier wich darinnen vorzüglich von derVaubanschen ab: daß die Bollwerke mit demHauptwalle zusammenhängen, und vor ihnen wie vorder Kurtine ein niederer Wall (Fan ssebray) herumläuft. Seine zurückgezogenen Flanken werden durchOrillions gedeckt, die bei ihm aus hohlen Thürmen(Tours creuses) bestehen, und eine Nachahmung desMarchi, nur platter als bei diesem, sind. Die in-wendige, gegen den Absonderungsgraben der hohenund niederen Flanke gekehrte. Seile ist mit Schieß-löchern für Kanonen durchbrochen; der obere Theildes Thurms aber ist mit Erde beschüttet, und miteinem Walle versehen. Zwar waren die Orillionsdurch die Niederländische Besestigungswcise fast ganzaus der Mode gekommen; allein schon Heidemannund deVi lle —deren ersterer > 664, letzterer aber l6s6sein Werk drucken ließ —empfahlen sie als nützlich, umLie Flanken der Bollwerke zu decken q ), Derselben
Mei-
p) Menn0 Baron v 0 n C ä h 0 r n war in Fricßkand ge-bohren, und legte sich auf die Mathematik und Inge,nieur- Wissenschaften. Er gieng dann in Dienste derVereinigten Staaten, wo er 1704 in einem Alter von70 Zähren als General-Lieutenant, General-Gouver-neur von Holländisch Flandern, Ober-Ingenieur, Be-fehlshaber der Artillerie und Oberster zweier Infanterie-Regimenter starb.
<j) Heidemanns ^r-liiteü. milit. i Th. r Kap.; S. 21 ,ve Ville «ap. 17; p. 174.