8. Abschil. Velagcrungskrieg. 277
zuerst den Gebrauch der sogenannten Dampfminen(Cair.outiets) ein: die aus zwölf Pfund Pulver, ineinen Sack gefaßt, bestehen, das gegen des FeindesSeite hin in der Gallerie eingegraben und angezün-det wird "). Die auf diese Art in den Minengängenverdorbene Luft suchte man alsdann durch große Blase-bälge fortzuschaffen; oder aber durch mit dem Erdbohreraufwärts gemachte Löcher und durch seitwärts herausge-hende NebemGallerien, in den Feuer angemacht ward,einen Luftzug zu bewirken '*).
§. 284 -
Fast eben so lange, als die Christen, kannten dieTürken den Gebrauch des Schießpnlvers zum Spren-gen feindlicher Befestignngöwerke; ja sie bedienten sichselbst der Minen, besonders in den ersten Zeiten, nochhäufiger «lö jene. Um die Gallerie an den bestimm-ten Ort zu leiten, suchten sie die Entfernung desBrunnens oder Schachtes von dem zu sprengendenOrte dadurch zu erfahren, daß sie einen Stein aneinen Faden gebunden gegen letzteren warfen, und danndie Länge des Fadens maassen. Nur selten bedientensie sich des Kompasses, denn sie gaben dem Gangefeine Richtung durch in der Mitte eingeschlagenePfählchen, auf die sie oben ein Licht befestigten, undvermittelst derer sie von der Mündung der Gallerie annach dein bestimmten Orte hin visirten. Das Pul-ver ward in der Kammer auf ein leinenes Tuch ge-schüttet, und die Gallerie alsdann mit Holzstückenund mit Sandsäcken verdammet *). Eö scheint so-gar,
v) Vauban Attaq. ct Defens. p. 130.
w) Vauban 1 . c. p. 18.
x) Marsigli 1 . c. karr. 2; p. 37.