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Untersuchungen aus dem Gesammtgebiete der Mykologie. Fortsetzung der Schimmel- und Hefenpilze. [Heft IX. - XII.]
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dann keimten mir noch einzelne von ihnen ans mul nach mein- als drei Jahrendie Sporen wiederum nicht mehr zum Auskeimen zu bringen, sie waren abgestorben. Wirkönnen hiernach annelnnen, dass die Sporen auch in der Natur frühestens nachzwei Jahren auskeimen, nach weiteren zwei .Jahren aber abgestorben sind. Inder Figur 2 Tafel X ist die Keimung einer Spore darge.stellt. Die acht auf derSpitze des Fruchtträgers gebildeten auffallend langen Konidien haben bereitssichelförmige und wieder auskeimende Konidien gebildet. Die primären faden-förmigen Konidien sind paarweise in der unteren Hälfte fusionirt (das Köpfchenvon bigur 2), und zumeist in der Mitte von einer der beiden fusionirten C'onidien istein leiner Keimschlauch getrieben, der an einem kurzen Seitenzweme die siche 1-förmige Konidie trägt. Fs sind also vier dieser C'onidien gebildet und jede vondiesen hat bereits wieder an der obersten Spitze, der alleinigen Keimstelle dieserKonidien, einen längeren Keimfaden getrieben. Von den sichelförmigen Konidien, ihrerKeimung, Mycelbildung und lagerweisen Erzeugung weiterer Konidien auf den Myceliengilt dasselbe, was vorher für Tilletia zonata ausgesagt wurde. Die lamm fortoesetztenKulturen in Nährlösungen boten sonst nichts Bemerkenswerthes dar.

Die Zahl der Fadenconidien auf den Trägern der Keimsporen war nach derLänge der Träger, bis diese die Luft erreichten, verschieden, sie schwankte von zehnbis zu vier Konidien, auf welche sehr lang ausgewachsene Träger herabsanken. Dassin Nährlösungen jede nicht fusionirte Konidie des 'Prägers für sich zu Mycelien mitsichelförmigen Konidien auskeimte, mag noch kurz erwähnt sein.

Tilletia decipiens Pers. auf Agrostis vulgaris.

Die Sporen dieser Form haben weniger hohe Leisten und ein enge res Netz vonMaschen in der Aussenhaut wie die der vorigen Form, sie sind sonst etwas «rrösserund dunkler in der Farbe (Fig. 1 sp.). ln Massen sind die Sporen schwarz, welchedie Fruchtkörner der befallenen Nährpflanze ausfüllen. Bei der 1 nscheinbarkeit derlnflorescenzen der Nährpflanze sind auch die branderfüllten, stark angeschwollenenl - ruchtknoten dennoch leicht zu übersehen. In genauer Febereinstimmung mit Tilletiacontroversa keimten die Sporen in Wasser nicht sogleich aus, die Keimungtrat erst im dritten .J ah re der A u f b e wa h r u n g in fe achter Erd e alDeme inein, um im vierten Jahre wieder zu erlischen. Als die Keimuno- erfolgte, sahen dieso lange ausgelegten Sporen wenig versprechend aus, die Zeichnung der Aussenhautwar kaum noch deutlich zu erkennen und der Inhalt hatte eine dunklere mattebärbung angenommen. Bei der Grösse der Sporen werden hier bis z u 12 KomJienan der Spitze der Fruchtträger gebildet. Der Regel nach finden sich 810 Konidienvor (das Köpfchen von Figur 1), die bis auf sechs an lang ausgewachsenen Trägernzurückgehen. Es gelang, eine Keimung am Rande des Tropfens in Figur 1 in

Brefeld. Botan. Untersuchungen.

XII.