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Untersuchungen aus dem Gesammtgebiete der Mykologie. Fortsetzung der Schimmel- und Hefenpilze. [Heft IX. - XII.]
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runden Sporen von 1722 n hatten keine Anhängsel, wie X . Moliniae, aber eine sehrzierliche Zeichnung- im Exosporiiun, die am Rande besser als in der Alitte auf derhläche zu sehen war und den Eindruck machte, als ob sie aus ganz dicht gestellten

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und seitlich vereinigten Stäbchen bestände (Eig. 22 u. 23 sp.). Die Sporen keimtennicht sogleich. Erst nach zweijährigem Ausliegen in feuchter Erdetrat die Keimung in Wasser ganz allgemein ein. Sie entsprach in allenEinzelheiten der von den Sporen der X. Moliniae uns bekannten Auskeimung. Auseinem Riss des schwarzen Exosporiums brach ein dicker Keimschlauch aus, welcherder Eutt zustrebte und dann an der Spitze in ein reich besetztes Conidienköpfchensich umwandelte (Eig. 22 u. 23). Die fadenförmigen (Jonidien waren gleichzahlreich wie bei X . (Moliniae, nur etwas länger und ein wenig geboten (Eig. 25).Die Spitze lief fein aus, das untere Ende war aber merklich dicker als die Spitze.In den Edgaren 22 u. 23 sind die Sporenkeimungen, in Luft gezeichnet, wiedergeo-eben,in dem Bilde 23 von oben gesehen. Die Conidien fallen leicht vom Köpfchen abund zeigen dann bei starker Vergrösserung die Eorm von Ehmr 25. Die Keim mm-der abgefallenen Conidien, die niemals fusioniren, tritt schon nach kurzer Zeitin Luit ein, indem auf der Spitze eines mehr oder minder langen feinen Keimfadenseine sichelförmige Conidie, in welche sich der Inhalt der Eadenconidie entleert, ab-geschnürt wird (E'ig. 20). Diese Sicheleonidien können aber in der Eorm soweitvariiren, dass sie der schon an sich gebogenen und unten dickeren Eadenconidie ähnlichwerden. Dies tritt ganz besonders hervor, wenn die Eadenconidien in Xährlüsungenauskeimen und zuMycelien auswachsen, welche auf ihren E'äden wieder Conidienin Luft bilden. Hier finden sich neben scharf ausgebildeten Sicheln (Eig. 27) Conidien-formen vor, welche die (Mitte halten zwischen Eäden und Sicheln und die deutlicherkennen lassen, wie durch stärkere basale Anschwellung mit Verkürzung des oberenTheiles aus der Eadenconidie die Siehelconidie wird (Eig. 27). In den Uebergängentrat sogar die eigenthümliche Drehung der Sicheleonidien nach oben an den Faden-conidien hervor, sodass man zweifelhaft sein konnte, ob man diese Eormen wie inEigur 27 der einen oder der anderen Eonnausbildung zutheilen sollte, während ananderer Stelle der Mycelien wieder normale Eadenconidien wie in Eigur 28 oderSicheleonidien gleich Eigur 26 allein zur Ausbildung kamen. In diesen (Mittelformenkommen die nahen Eormbezeichnungen beider Conidien noch mehr zum Ausdruckeals bei X . (Moliniae. Hierzu kam aber noch eine gar nicht seltene Bildun«- zur Er-scheinung, die ich früher bei X . Moliniae nicht, wohl aber ähnlich bei den Conidienvon Emtyloma in der Cultur oft beobachtet habe. Eds ist dies die wiederholteBildung von Conidien an demselben Eadenende des Mycelium. (Nachdemeine Conidie auf der Spitze gebildet ist, bildet sich unter dieser ersten Conidie einneuer\ egetationspunkt, der mehr oder minder lang emporstrebt, die erste Conidie

Brefeld, Botan. Untersuchungen. XII. 23