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Untersuchungen aus dem Gesammtgebiete der Mykologie. Fortsetzung der Schimmel- und Hefenpilze. [Heft IX. - XII.]
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zur freite schiebt und an der Spitze eine neue Conidie bildet (Fig. 2!) 1 - 4 ). In denHinzeltallen, wie in Figur 29 2 , sieht man den Bildungsvorgang genau, weil die secundäreAxe weit hinauswächst, in Figur 29 3 wird die Einsicht des dicht zusannnensitzenden(onidienpaares schon schwerer. Die Seitenaxe ist sehr kurz geblieben und Conidiensehen fertig gebildet aus, als ob sie gleichzeitig entstanden wären. Die Erscheinungcomplicirt sich dann noch mehr, wenn der zweiten die dritte und dieser die vierteConidie folgt, die aber nur selten zusammen sitzen bleiben und leicht abfallen. Ab-gesehen von dieser kleinen Verschiebung in der Conidienbildung und Form boten dieüppig in Conidien fructifi ci ren den Mycelien keine bemerkenswerthen Ab-weichungen von X. Moliniae dar, sie waren nur weniger feinfadig und sparriger alsdort, wie ja auch die Form im Ganzen etwas robuster und grösser sich zeigte.

Nur eine Bildungsabweichung in den Conidienköpfehen derSporenfruchtträger will ich nicht übergehen, die hier mehrfach beobachtet werdenkonnte. Die Köpfchen waren nämlich in diesen Fällen nicht einheitlich, sondern obenunter der Spitze in mehrere Köpfchen getheilt, die je für sich eine geringere Zahlvon Fadenconidien trugen. In Figur 24 1 sind fünf kleine Köpfchen, in 2 drei kleinere,aber auf weiter ausgewachsener Unterlage zu unterscheiden. Ich habe noch andereviel tiefer nach unten gehende Theilungen des Köpfchens gesehen, sie sind aber beider Zeichnung missglückt, indem die Köpfchen schon zerfielen in der Zeit, wo dieZeichnung eben angelegt wurde. Ich glaube mich nicht zu irren, wenn ich diese Vor-kommnisse als atavistische Erscheinungen deute, die erkennen lassen, wie die StellungderGonidien in Köpfchen aus der verei n ze 1 ten Sei tenste 11 ung, die noch"elco'entlich wieder eintritt durch Aufrücken auf die Spitze, sich aus-gebildet hat, eine Stellung, wie sie ja thatsächlich noch an den Mycelien zusehen ist.

Die keimfähig gemachten Brandsporen keimten noch während des dritten Jahres,im vierten Jahre war dann die Keimfähigkeit wieder erloschen.

ln der eigentlnimlichen Sporenzeichnung zeigte eine nirgends beschriebene Brand-form auf einer Bambusa, die mir Dr. Möller aus Blumenau zugeschickt hat, eine auf-fallende Uebereinstimmung. In der Bambusa-Aehre waren nur einzelne Fruchtkörnerbrandio-, die zu auffällio-er Grösse ausgewachsen waren und die tief schwarzen Brand-1 nassen nach Aussen trugen. Die lose verklebten schwarzen kleinen Sporen, von ganzrunder Form und 1014» Grösse, sind aber bis jetzt weder in Wasser noch inNährlösungen ausgekeimt, auch nicht nach dreijährigem Ausliegen in feuchter Erde;es muss demnach unentschieden bleiben, ob hier eine weitere Form von Xeovossia indem Bambusa-Brande als X. Bambusae vorliegt.