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Untersuchungen aus dem Gesammtgebiete der Mykologie. Fortsetzung der Schimmel- und Hefenpilze. [Heft IX. - XII.]
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Melanotaenium cingens n. sp. auf Linaria genistifolia.

Das Material dieses Pilzes erhielt ich aus Wien von v. Beck von Mannagetta ineinem Triebe der Xährpflanze zugesandt, welcher in seiner ganzen Masse befallen undin allen Theilen mit den Brandsporen reichlich versehen war, jedoch so, dass dieSporen nur schwer zu den Culturversuchen zu vereinzeln waren. Ich erhielt den Pilzmit der BezeichnungFstilago cingens Beck [Beck, oestr. bot. Zeitschr. 1<S<S1. p. 300) undlegte das Material, als die Sporen nicht sogleich keimen wollten, infeuchter Erde aus. Hier lag die brandige Axe vier volle dahre hindurch,bis schliesslich die Gewebe der Xährpflanze verwest und vergangen waren und nurdie Masse der ßrandsporen, die durch das Liegen noch schwärzer als früher aussahen,übrig geblieben war. Von .Jahr zu .Jahr wurden Keimversuche vergeblich gemacht,bis endlich nach 4 Jahren, als schon die Hoffiiun«'' auf" eine Auskeimumr hin erstverschwunden war, unerwartet die Keimung in Wasser eintrat. Sie ist in denBildern der Figur 30 dargestellt, welche sogdeich zehren, dass hier keine Form einerI stilaginacee, sondern vielmehr eine in Köpfchen fructificirende Tilletiacee vorliegt.Die K eimungen zeigen eine I ebereinstimmung mit dem [Melanotaenium endogenum,welches Woronin 1 ) untersucht und abgebildet hat. Die Abweichung der Gattung[Melanotaenium von Tilletia und Xeovossia würde darin ihren Ausdruck finden, dassdie Köpfchen bei der Sporenkeimung mit ihren Auszweigungen verwachsen blieben,dass also keine Conidien frei werden und nur ein vegetatives Auswachsen der Köpfchen-verzweigungen zu Fäden eintritt. [Man kann nun annehmen, dass die Köpfchen an-gewachsene Conidien darstellen, oder auch, dass sie erst die Sterigmen zu diesen sind, dieselbst nicht mehr zur Ausbildung kommen. Diese Erscheinung ist die gleiche, wiewir sie bei einzelnen Formen der Gattung Fstilago keimen gelernt haben, wo aberdas Anwachsen der Conidien in einzelnen Fällen, wie z. B. bei Fstilago destruensund I st. Jschaemi (im V. Plefte, Taf. VII und XI) und bei Ust. Tulasnei (aufTafel VII d. H.) überzeugend festgestellt werden konnte. Bei der Gattuno-P stilago ist aber diese Abweichung von anderen Formen, die Conidien bilden, nichtzu einem generischen [Merkmale erhoben, und es wäre meines Erachtens bei sonaher Verwandtschaft der Formen auch kaum zutreffend gewesen, an dieser Stelleein neues conidienloses Genus zu bilden. Hier bei den Tilletiaceen ist dies abergeschehen, ehe noch der V ertli der Abweichung in den Keimungserscheinungen ausdem Vergleiche mit verwandten Formen genügend beurtheilt werden konnte. So istdie Gattung [Melanotaenium entstanden, die genau ebenso überflüssig ist, wie die GattungFntyloma, deren Formen sich direct der Gattung Tilletia mit den Variationen unter-

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v ) Woronin, Beiträge 5. Heike, Tafel IV, Figur ,33.