Band 
Untersuchungen aus dem Gesammtgebiete der Mykologie. Fortsetzung der Schimmel- und Hefenpilze. [Heft IX. - XII.]
Seite
174
JPEG-Download
 

174

ordnen, wie sie fiir die Bildung von Species, nicht aber von Gattungen geeignet sind,oder doch höchstens von Untergattungen.

Die Keimungen der »Sporen von der Untergattung Melanotaeninm in M. eiligen,szeigen die fünf- bis seehsgliederigen Köpfchen, die auf kurzem nur wenig aus derSpore hervorragendem Fruchtträger auftreten. Die Köpfchen sind aus kurzen dickenSeitenästen gebildet, welche nicht durch Scheidewände vom Träger geschieden werden,aber trotzdem paarweise an der Basis fusioniren (Fig. Ö0-2 4 )- Das Einzige,was sich weiterhin nach erfolgter Fusion beobachten lässt, bestellt darin, dass aufeinzelnen Spitzen myeelartige, also vegetative Fadenauswilch.se auttreten, die sich,soweit möglich, verlängern bis zur Erschöpfung des protoplasmatischen Inhaltes unterrückseitiger Abkammerung der von hinten entleerten Fadentheile (Fig. 30 4 ). "Weitere(ultureu in Nährlösungen, die durch das sehr schmutzige Material erschwert waren,hatten nur eine Verlängerung und Verzweigung der Fäden bis zu Fadenbiischeln zurFolge, ohne alle Fruetification. In 5 der Figur 30 ist die Gabelung eines Sporen-fruchtträo-ers beobachtet, der auf dem einen Arme zwei, auf dem anderen drei Aus-

©7 '

zweigungen zeigt und in der Mitte beider eine Verbindung durch stumpfe Aussackung,die zur Fusion wurde.

Das Interessanteste an dieser sonst fast ergebnisslosen Untersuchung ist in derlangen Sporenruhe gegeben, die sich auf vier Jahre bemisst, bis die Keimfähigkeiterreicht wird. Der endliche Erfolg zeigt aber dafür unzweifelhaft, dass die Sporen,die nicht gleich keimen und auf die Keimzeit angepasst sind, 1 ) durch das Mittel desAuslesens und vielleicht nur durch dieses erfolgreich zum Auskeimen zu bringen sind,wie es ja auch schon die weiteren Fälle lehrten, wo die Keimzeit in kürzerer bristerreicht wurde. Sehr erquickend ist die Perspective nicht gerade, die hier für dieFntersucliung der Pilzformen, deren Sporen für die Keimung auf Zeit angepasst sind,eröffnet wird. Auf welche Schwierigkeiten die methodisch durchgeführten Unter-suchungen nach dieser Dichtung in ihrem Verlaufe stossen, kann hier nicht im einzelnendargelegt werden, ich komme in den demnächst zu publicireiulen ('ulturmethoden zurUntersuchung der Pilze ausführlicher auf diesen Punkt zurück.

2) Brandsporen nicht einzeln frei, sondern verbunden oder zu Haufen vereinigt.

Die erste Reihe dieser Abtheilung der Tilletiaceen ist durch die formenreicheGattung Urocystis vertreten. Die fest verbundenen Sporenhaufen bleiben klein undsind nur aus einer geringen Zahl von Sporen gebildet, welche im 1 rsprunge gleich-

') Während des Druckes erhielt icli eine Mittheilung von Jud, mycologische Beiträge II,aus der König!. Akademie in Stockholm , Xov. 1894, worin dieser die Keimung von Melanotaeninmcaulium Schroeter auf Linaria vulgaris beschreibt, die aber in der Bildung von Secundärconidienvon M. cingens auf Linaria genistifolia abweicht und dazu leicht auszukeimen scheint.