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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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2 Abschiebezeug Abschneide»

Aequatorial - Umfang 5407 geographische Meilen. Es ist hierbei noch zu er-wähnen, daß nach den neuern Messungen (vom Jahr 1792 bis 1799) einesMeridianbogens, durch die Mitglieder des französischen National - Instituts,Hrn. Mechain und de Lambre, die Breitengrade fast durchaus etwas ge-ringer ausfallen, als dieses die ältern Messungen angeben. Die neuern ge-wonnenen Resultate mit den altern verglichen, geben für die Abplattung derErde -yy, an, welches auch, wie de la Lande bemerkt, sowohl mit denmannigfaltigen Versuchen mittelst Pendellängen, als auch mit der Theorie derNutation und Präcession übereinstimmt*).

Bei Nachspürung der Ursachen der gedrückten Gestalt der Erde an denPolen , so wie über die Formation der einzelnen Welttheile, sind verschiedeneHypothesen aufgestellt worden. Eine sehr scharfsinnige findet man in SpäthsKosmogonie S. 15Z fg. erwähnt.

Abschiebezeug. Hierunter verstehet man einen Winkelhaken und einLineal, die zum Ziehen der Parallellinien dienen. Gemeiniglich hat man sievon Metall, Messing oder Eisen, damit siel schwer aufliegen und sich desto wenigerunwillkürlich verschieben. Die Größe dieses Werkzeugs ist zu verschiedenem Ge-brauche sehr verschieden. Um die mit einem Scheibeninstrumente beobachte-ten Winkel auf den reinen Riß herüber zu schieben, hierzu bedient man sicheines Abschicbezcugs von besonderer Größe. Es verstehet sich übrigens, daßdie Kanten, sowohl des Lineals als auch des Winkelhakens in einer ganzgeraden Linie abgeschliffen seyn müssen, ohne abgeflächt zu seyn, daß fernerder Winkelhaken oder das Winkelbrct aufs sorgfältigste in einem rechten Win-kel gearbeitet ist und die beiden aneinander hin gleitenden Kanten des Linealsund Winkels an keiner Stelle Zwischenraum lassen oder anhängen.

Man findet zuweilen Abschiebezcuge, wo das Lineal in eine gewisse An-zahl gleicher Theile abgetheilt ist, um damit Parallelen von vorgeschriebenerEntfernung ziehen zu können.

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Abschneiden. Diese Forderung kommt in der Meßkunst sehr oftvor, und bestimmt sich, theils nach gewissen gegebenen Bedingungen, theilsnach gewissen in der Sache liegenden Localumständen. Die in der Praktik amöftersten vorkommende Aufgabe soll' hier kürzlich gezeigt werden, ein mehrererkommt dann unter dem Artikel Theilen vor.

Ein Trapezium so zu theilen, daß das abgeschnittene Stück einen gege-benen Inhalt habe und die Theilungslinie mit einer der parallelen Seitenebenfalls parallel laufe.

I. Durch Rechnung.

Die parallelen Seiten des gegebenen Trapez» Fig. l. seyen ab und cd,die Theilung soll so bewerkstelliget werden, daß der Theil A einen gegebenenInhalt habe und die Trennungslinie mit ab und cd parallel laufe.

Es sey cg eine senkrechte Linie zwischen beiden Parallelen und cb mitdb parallel. Man bezeichne nun ab durch u, cd durch v, es durch x, ckdurch y, und gc durch z

ES ist nun cdhb = fi

ah = ab hb = u vei es fi = x y

Demnach in dem A übe

ah: ei = gc: kc

d. t. (u v):(xv) = z;y

) 9 ?<td) dem 44ficU Bande der Biblioth^que brirannique No.'qfi S. 295 ist nach einervon Hrn. d. Zach geführten genauern Berechnung des Peruanischen Grades, dieErdabplaktung von T ; B gefunden worden.

Nach der englischen Gradmeffung jwischen Dunnvse und Elision im Jahre 1303ergibt sich die Abplattung ju yj-*.