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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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sehen lassen. Dem Gehülfen ist die Vorschrift zu ertheilen, daß er den zuschlagenden Pfahl seitwärts von sich abhalte und senkrecht in den Boden be-festige.

M a. 1 . ß. Hier stellen a und b die Endpunkte der Linie vor. EinGehülfe tritt in c Fig. 7 wo er ungefähr in der Linie ab zu seyn vermu-thet, der andere tritt in d, der in c siehet nun unverwandt nach b, undwinkt so lange dem in d, bis er sich mit ihm und b in einer geraden Liniebefindet. Jetzt steht der Gehülfe an der Stelle von d' stille, sieht nach a,und winkt so lange c vor, bis der dort stehende Mann in o', mit ihm unda in einer Linie stehet. Es winkt hierauf wiederum der Mann in c' dem ind' nach d" in die gerade Richtung nach b und dann der in d" dem in c'nach c" in die Richtung von a vor. Die Construclivn der Figur gibt zuerkennen, daß die Abweichung der Punkte c und d von der geraden Linie abimmer kleiner wird und endlich wenn zwischen a, c, d und b nur eine Li-nie. Statt findet, ganz verschwinden muß. Sind die beiden Personen in c u.d gehörig eingeübt, so wird das Vorrücken sehr schnell bewerkstelliget. Beiweiter Entfernung der Punkte a und b oder auch bei neblichem Wetter, trittöfters der Fall ein, daß man die Punkte c und d in der Linie ab eingerich-tet zu haben glaubt, und doch, wegen Abweichung der Lichtstrahlen, nochdavon entfernt ist. Bei finsterer Nacht, wenn an den vieriPunktcn helle La-ternen aufgerichtet werden, lasten sich oft Linien sehr scharf einvisiren.

Ad a. 2. « Wenn ab Fig. 8. das gegebene Stück Linie ist, das nache und d verlängert werden soll, so stelle man sich erst hinter a, sehe in dieLinie ab hin, und lasse durch einen Gehülfen in c einen Stab in der gera-den Richtung ab einstecken. Dasselbe verrichte man dann auch, indem manhinter b tritt und einen Stab in d befestigen läßt.

Ad a. 2- ß- Hier müssen erst die beiden Punkte c und d Fig. 9. zwi-schen a und b, wie (a. 1 . «.) gezeigt worden, eingerichtet werde». Danntritt man hinter c und läßt in der Richtung von d und b in e, und indemman hinter d tritt, in der Richtung von c und a in f, Stäbe gehörig befe-stigen.

Ad b. 1 . Ganze oder Theile eines Cirkels werden, wenn es nur im-mer das Terrain erlaubt, am genauesten traciret, wenn man an die Stelle,wo der Mittelpunkt hinkommen soll, einen Pfahl befestiget, und an diesendas eine Ende einer Leine von der Lange des Halbmessers des Kreises schlingt,an das andere Ende derselben aber einen Pfahl befestiget; indem nun dieserbei angespannter Leine im Kreise herumgeführet wird, wird der ganze oderder verlangte Theil des Cirkels im Erdboden eingeriffen und dadurch marki-ret. Gestattet es nicht das Terrain auf die eben beschriebene Weise zu ver-fahre», so wird man noch am leichtesten bei dieser Operation wegkommen,wenn man so dicht als möglich Radien des verlangten Kreises absteckt, wo-durch sich mehrere Umfangspunkte des Cirkels ergeben werden. Ist aber auchder Mittelpunkt eines solchen Kreises unzugänglich, kann man sich aber ei-nes Meßtisches bedienen, so zeichne man sich auf selbigem einen Kreis inmöglichst großem Maßstabe und markire sich in der Umfangslinie mehrerePunkte. Jetzt begebe man sid) mit dieser Zeichnung auf dem Meßtische aufsFeld in die Gegend der abzusteckenden Fläche, stelle den Meßtisch außerhalbdc's Kreises, über einem festen auf dem Menselblatte mit befindlichen Punktegehörig loth-wagerecht und orientiret auf, stecke die Nadel in den entspre-chenden Punkt auf dem Menselblatte ein, und lege nun das Diopterlineal anselbige und einen der markirten Punkte des verzeichneten Kreises. In dieRichtung, welche die Bisirlinie bezeichnet, läßt man in der Natur einen Stabeinsetzen, und dieses macht man nach und nach mit allen Punkten, indemman immer das Diopterlineal an die Nadel, über dem festen Punkt außer-halb des Kreises, und an einen des verzeichneten Kreises anlegt. Gibt esnun noch einen festen Punkt außerhalb des Kreises, der zugleich auch auf demMeßtische vermerkt ist, und in einer beträchtlichen Entfernung von der ersten