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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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Bergscala.

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thig zu vergrößern, so wende man zweierlei Maßstäbe an, einen für die Ho-rizontalen und einen für die Höhen, welcher letztere zwei, drei, viermal grö-ßer seyn kann nach Beschaffenheit der Gegend und des zu bezeichnendenRaums, als der erstere.

! 2) Erlaubt es nicht die Gegend, das Profiliren immer nach einer Rich-

I tung fortzusetzen, so breche man diese unter mehr oder minder stumpfen Win-Ikeln; beim Austragen werden aber die verschiedenen Richtungen des Zugs,lals in einer Linie ausgestcckt, angenommen.

I 3) Um die unmittelbar gemessenen Bestimmungen sich ordnungsmäßig,Iwie man es beim Auftragen deS Profils nöthig hat, zu notircn, hierzu magI folgendes Muster dienen:

Distanzen I Erhö-1 Fal-ke» Ruthen hunqs-stungsoder Ellen Winkel

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Summirte |Horizontal- |Entfernung Ivon No. i. Ins!

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4) Von sehr vielen Ingenieuren werden Profile von Bergen genommen,lindem, wie Fig. 24. zeigt, bei a ein Pfahl senkrecht eingeschlagen, und aufI diesen und an den Berg eine Setzwaage mit Loth gestellt wird, wodurch dieI Linie fb eine horizontale Richtung erhält; dann wird wiederum in b einI Pfahl senkrecht eingeschlagen und auf diesen und an den Berg wiederum dieI Latte gc in horizontaler Richtung gebracht, nach solcher Weise dann bis zuri Hbhe des Berges, und von da aus, auf der andern Seite herunter, bisIzum Fuße desselben, fortgefahren. Die Summe der senkrecht eingeschlageneniPfähle af, bg, eh rc. gibt die Höhe des Berges nil, so wie die SummeIder horizontal liegenden Latten fb, gc, hd rc. die Grundlinie am. AufI kurze Strecken, wo es nicht der Mühe lohnen würde Meßinstrumente aufzu-I stellen und Rechnungen anzulegen, mag dieses Verfahren wohl anwendbarIseyn, bei Prosilirung ganzer Gebirgszüge, stehet eS aber wohl unbezweifeltjdem oben beschrieben weit nach.

Bergscala. Hierunter verstehet man die Angabe, nach der entwederleine Bergzeichnung nach Graden des Böschungswinkels zu beurtheilen ist, odereine nach Graden gegebene Abdachung zu zeichnen sey. Alle diese Skalenhaben den Null - oder Anfangspunkt mit der Horizontalfläche und stellen dieseohne alle Bezeichnung dar; jedoch ist der Endpunkt oder die ganz schwarzeBezeichnung, bei manchen Zeichnungen schon bei 45, bei andern erst bei 90°.In big. 25 ist eine Bergscala von 5 zu 5 Grad bis zu 45 Grad und in*ig. 26. bis zu 90 Grad, in der Zeichnung ausgedrückt. Die hier folgendenbeiden Tafeln geben das Verhältniß des schwarzen Strichs zum weißen Zwi-schenraume in derselben Maße an.

Gradationstafel des Böschungswinkels von 0 bis 45 Grad,von 5 zu 5 Grad wachsend:

Bei o Grad verhält sich der schwarze Strich zum weihen Zwischenraume 0:9