Pantograph 499
^)antograph. Dieses ist eine 2Cr t Storchschnabel Fig.' 12 S., dessenHaupttheile aus vier flachen Linealen bestehen, von denen zwei, die einenWinkel einschließen, länger als die beiden andern sind. Die beiden länger»Lineale sind bei a durch einen doppelten Zapfen verbunden, der an einemder Lineale fest sich befindet und durch zwei kleine Löcher gehet, die durchdas andere Lineal gebohrt sind. Die beiden kleinern Lineale find ebenfallsbei g durch Zapfen untereinander und bei e und h mit den langen Linealenverbunden. An einem der längern Arme befindet sich bei b ein Schieber undso auch einer bei d, an einem kürzern Arme. Beide Schieber können aufden Linealen vermittelst der darüber befindlichen Schraube, an jeder Stelle fest-gehalten werden. Jeder dieser Schieber hat zur Seite ein cylinderförmigeSRohr, in welches in dem bei b, ein Bleistift oder sonst scharfer Stift einge-lassen werden kann; an dem bei d aber, die Stütze K, die aus einem Ge-wichte von Blei in Holz gefaßt bestehet, befindlich ist. Das Werkzeug selbstbefindet sich, wie Figur zeigt, auf Rollen von Elfenbein, Knochen oder Horn,die nach allen Seiten hin leicht beweglich sind. Auf zweien dieser Lineale,einem längern und einem kürzern, ist die Theilung eingcrissen, so daß sichauf jedem zwei verschiedene Maßstäbe befinden; die Fiduzialränder der Schie-ber werden dann auf die einzelnen Abtheilungen gestellt. Unerläßliche Be-dingung des Instruments ist, daß der Stift im Rohre bei b, die Stützeunter d und die Spitze im Rohre bei c sich stets in einet geraden Linie be-finden müssen. Das Rohr, welches die Bleifeder hält, bewegt sich in einemandern Rohre auf und nieder, an dem längern ist eine Schnüre befestiget,welche durch die Ocffnung bei a bis zur Spitze c gehet, wo sie an selbigebefestiget wird. Dies« Schnüre dienet zum Heben der Bleifeder, damit,wenn verlangt wird, daß diese nicht ansprechen soll, nicht falsche Stricheauf dem Papiere entstehen. Die Bestimmung des Instruments ist, um gleichgroße, verkleinerte oder auch wohl vergrößerte Copien einer Zeichnung zuerhalten. Soll die Copie mit dem Originale von gleicher Große werden,so stellt man die Schieber bei b und d, auf die Theilung 12, dann bringtman das zur Copie bestimmte Blatt Papier unter den Stift bei b, und die Ori-ginalzeichnung unter die Spitze bei c; fährt man nun mit dieser letzter» Spitzeauf dem Umrisse des Originals hin, so wird der Stift bei b, aus leicht zuerachtenden Gründen, in gleiche Bewegung gesetzt, und auf dem untergeleg-ten Blatte, die Zeichnung in gleicher Größe nachbilden. Soll die Copie derhalben Größe des Originalmaßstabes gleich seyn, so bringe man die Schieberbei b und d auf die Theilung und verfahre übrigens wie vorhin. Beieiner verlangten Verkleinerung von J, \ k. bringe man ebenfalls dieUnterstützung bei d, den Stift bei b und die Spitze bei c in eine Linie undin eine Ebene, stelle aber Stift und Unterstützung auf die Theilungen ioder $ k. auf den längern Maßstab. Ueberhaupt müssen, wenn die Copiekleiner als die Hälfte des Originals oder auch größer als das Original wer-de» soll, jedesmal die längern Maßstäbe gebraucht werden. Soll die Copiegrößer als die Hälfte, z. B. j rc. werden, so stelle man die Schieber
bei b und d auf die entsprechenden Theilungen f, J, \ je. auf die kürzernMaßstäbe. Soll die Copie aber nur um einen gewissen Theil größer oderkleiner als das Original werden, z. B. $ rc., so bringe man die Schie-ber bei b und d auf J, -J rc. auf die längern Maßstäbe. Wenn die Copievon einer Größe verlangt wird, die überhaupt in Bruchtheilen von dem Ori-ginale verschieden ist, so braucht man hierzu die zwei Maßstäbe, die 100 un-gleiche Theile enthalten, der eine derselben wird von 10 bis 80, der anderevon 50 bis 100 gezählt. Ist nun die Copie unter der Hälfte des Original-riffes zu fertigen, so werden die Schieber bei b und d auf irgend eine über-einstimmende Theilung unter 50 gestellt; soll aber die Copie größer als dirHälfte des Originals werden, so stelle man beide Schieber auf die entspre-chende Theilung, zwischen 50 und 100 . Alles Uebrige macht die Figur klar.
Mehr hierüber ist nachzulesen in Adam's geometrischen und graphischenVersuchen S. 413 u. folg.