Band 
Erster Band. [Erste Periode.]
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i. Allgemeine Physik.

Den Druck des Wassers von unken nach oben be-stätigt Stevin durch folgenden Versuch: erbringteine bleyerne Platte an die Oeffnung einer Röhre, undlanchc sie so senkrecht unter Wasser in Gefäßen. Di«Platte fällt nicht herab, sondern verschließt vielmehrdie Oeffnung mit einer Gewalt, welche dem Gewichteeiner Wassersäule gleich ist, deren Grundfläche mit derFläche der Platte und deren Höhe mit der Wassechöheim Gefäße von der Platte an gerechnet einerley ist,wenn nämlich der Ueberschuß des Gewichtes der Plattevon dem Gewicht eines eben so großen WasservoluMcnSabgezogen worden. Dieser nämliche Apparat dient ihmdie Gleichheit des Drucks einer Flüssigkeit, wie groß auchdie Menge derselben sey, zu bestätigen, so lange sichihre Höhe nicht ändert. Er findet, daß beständig einund die nämliche Gewalt erfordert wird, um mit die-ser Platte Gesäße von verschiedener Gestalt, mithinvon verschiedenem Inhalte zu verschließen, wenn nurdie Oeffnung oder der Boden und die Höhe derselbeilunverändert bleiben.

Ferner erweiset Stevin, daß das Wasser gegeneine ebene Seitenfläche im Gefäße einen Druck aus-übe, weicher dem Gewichte der Hälfte einer Wasser-säule gleich sey, die diese Seitenfläche zur Grundflächeund zur Höhe die Wasserhöhe im Gefäße habe. Hier-aus schließt er, daß bey gleichen Höhen sich der Druckwie die Größe der ebenen Fläche verhalte.

Uebrigenö zeigt auch schon Stevin. durch einPaar Erfahrungen, daß das Gleichgewicht des Was-sers in zweyen zusammenhangenden Röhren von un-gleichen Weiten nur alodenn statt finde, wenn daSWasser in beyoen Röhren in ein und eben derselben ho-rizontalen Flache stehe. Wenn näuii'ch mit dem Bo-Fischer's Desch. d. Physik. I. B. § den