2. Besondere Physik, e. vorn Wasser. 167
erhalte, bis zu welchem sie bis dahin hinabgefun,ken sey. Jeder Antheil von Luft aber müsse, in,dem er sein Uebermaaß von Wärme abtrete, soviel Wasser auflösen, als zu seiner Sättigung ge-hört , mithin eine Quantität Wärme wegnehmen,welche dieser Feuchtigkeit proportional und nöthigsey, sie in Gaggestalt und in Verbindung mit deratmosphärischen Lust zu erhalten. Da diese beydenwirkenden Ursachen zuleht einander gleich würden,so könne die eine der andern zum Maaße dienen,und folglich die durchs Verdunsten erzeugte Kältegenau die Trockenheit der Luft, und den Grad,um welchen sie vom Sättigungspunkt absieht, mef,scn. Die Wirkung dieses Prozesses hange, wieman hieraus sehe, lediglich von der Beschaffenheitder Lust ab, und werde durch Bewegung oder oft,waliges Erneuern der sich berührenden Oberflächennicht im mindesten niodisicirt. Diese Mittel könn,ten nur den Zeitpunkt des Gleichgewichts beschieu»uigen, gerade sowie Thermometer, die ihren Standändern, im Winde eher als bey stiller Luft auf dengehörigen Grad kämen, ohne daß dieser in beydenFällen verschieden wäre.
Auf was für eine Art auch der Prozeß des Ver,dunstens vor sich gehen möge, so bleibe der Haupt,schloß immer richtig, wenn man nur zugebe, daß dasZuführen der Wärme und das Auflösen der Feuchtig-keit gleichzeitige Wirkungen sind. Selbst, wenn manes als möglich annehmen wollte, daß die Luft in völli,ger Ruhe um die feuchte Masse schwebend bliebe, unddie Feuchtigkeit sich durch die an einander gränzendenSchichten derselben durchzöge, bliebe das Resultatunverändert, so fern nur die Wärme sich durch dasselbe
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