ICinleitung.
Der lange Saum von Klippen, welcher mit vielfachen Unterbrechungenvon Genf bis Kronstadt den Konvexrand der Alpen und Karpathen begleitet,ist eine der au Hallendsten Erscheinungen im ganzen Bau dieser Gebirge. DerUmstand, dass aus den jüngeren, vorwiegend alttertiilren Ablagerungen desNordrandes der Alpen und Karpathen fremdartige mesozoische Bergmassenisoliert und unvermittelt wie Klippen aus dem Meere aufragen, welche oft inlangen Zügen dem Gebirgsrande parallel laufen, zog schon früh das Augen-merk der Geologen auf sich. Die verschiedenen Arbeiten, die sich mit demProblem dieser Klippen beschäftigt haben, zeigen uns deutlich die Schwierig-keiten, welche sich der Lösung der komplizierten Verhältnisse entgegenstellen;aus allen gewinnen wir die Überzeugung, dass es zur richtigen Deutung derdaran beteiligten faciellen und tektonischen Probleme sehr detaillierter For-schungen bedarf.
Die in den letzten Jahrzehnten erschienenen Arbeiten, besonders diejenigenvon Neumayr 1 ) und Uhliy 2 ) über die Karpathenregion, von Gillieron 3 ) undSchardt 4 ) über die Schweiz , haben auf Grund ausgedehnterer Untersuchungenund durch Zusammenstellung des bereits vorliegenden Materials wesentlich dazubeigetragen, uns über das Auftreten und das Wesen der Klippen zu unterrichten.
') M. Neumayr , Jurastudien, 3. Folge: „Her Penninisehe Klippenzug“. Jahrbuch derk. k. geologischen Keichsnnstalt. Wien 1871. lld. XXI, lieft 4, p. 451.
2 ) V. Uhlig, Ergebnisse geolog. Aufnahmen in den westgalizischen Karpathen. Jahrbuchder k. k. Reichsanstalt. Wien 1800. Bd. XL. lieft 3 und 4.
8 ) V. Gillieron, Beiträge z. geolog. Karte der Schweiz . Lief. XII, 1873.
4 ) II. Schardt, Die Klippen und exotischen Blöcke im Flysch der Schweizer-Alpen ;Gutachten von l’rof. C. Schmidt (Separat-Abdruck aus den Verhandlungen d. Schweiz , naturf.Gesellschaft zu Freiburg ; 181)1); auch Favre und Schardt, diese Beiträge, Lief. XXII.