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Geologische Beschreibung von Mittel-Bündten / von A. Escher und B. Studer
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EINLEITUNG.

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ins Land führen, im Herbst mit ihnen zurückkehren und die Winter-nahrung meist in der tieferen Lombardei finden. Selten kommen jedochdiese vier Abtbeilungen, der Winterdörfer, Maiensässe, Kuhalpen undSchafalpen, zugleich am nämlichen Gebirgsabhang vor, bald sind, wie inAvers und Stalla, die beiden ersten vereinigt, bald stösst, wie in mehrerenGegenden von Bergiin und Oberengadin , der Bezirk der Maiensässe un-mittelbar an die Schafalpen, indem die Kuhalpen, an milderen Gehängen,mehr neben, als unter denselben liegen, bald endlich fehlen die Sehaf-alpen auch ganz, und die Kühe werden, wie auf mehreren Schamser- undOberhalbsteineralpen, bis an die obersten Gräthe getrieben.

Der Gebirgsforschung setzen diese wirthschaftlichen Einrichtungen,die Gestaltung des Landes, und der National Charakter in Bündten eigeneSchwierigkeiten entgegen. Mit grosser Mühe nur findet man Führer, diemit den Gebirgen ihrer Umgebung bekannt sind, und über dieseUmgebunghinaus erstreckt sich ihre Kenntniss niemals. Ungeacht der Höhe seinerThäler, ist der Bündtner, nach Neigung und Lebensart, mehr dem Bewohnerdes Tieflandes ähnlich; er liebt nicht rauhe Gebirgsreisen und übersteigtnur selten die breiten und hohen Ketten, die seine Hauptthäler trennen,und deren oberster Kamm, in den wenigen Wochen, da er von Schneefrei ist, nur von ausländischen Hirten zuweilen betreten wird. Beinahalle unsere Reisen haben wir, ohne Führer, mit Leuten aus dem BerneiOberlande und aus Glarus ausgeführt. Aber auch örtliche Erkundigungenüber Gebirgsnamen und Localverhältnisse sind oft schwer einzuziehen.Die Dörfer und Maiensässe sind im Sommer wie ausgestorben, die Häuserverschlossen, weil die Leute auf entfernten Heubergen beschäftigt sind \auch auf den Alpen findet man die Sennhütte den grösseren Theil desTages zugeriegelt, die Hirten mit den Kühen in abgelegenen Weidegründen.Das ganze Gebirge scheint von Menschen und Thieren verlassen, und esherrscht eine Stille, wie man sie in anderen Alpgegenden nur in denkälteren Jahreszeiten zu finden gewohnt ist.