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dcstillation organischer Körper. Es bildet mit Halogenen Additivnsverbindungen
nnd 0„II„0I„, wobei die doppelte Bindung zu einfacher wird; bei längerem Einwirkenentstehen Substitutionen 0„II,0I bis 0„0H,. Mit Salpetersäure entsteht Nitrobenzol, O^II.-XOz(S. 24). Bei Ersetzung von II durch Hydroxyl entstehen Verbindungen, entsprechend denAlkoholen der Fettkörper, aber sie gehen weder durch Abgabe von IchO in Aldehyde, noch durchO Aufnahme in Säuren über; verhalten sich vielmehr selbst säureartig und bilden mit Metall-oxyden salzartige Verbindungen, sie heißen Phenols. Den Hauptbestandteil des Steinkohlen-tccrs, auch im Harn und als Füulnisstosf von Eiweiß sich findend, bildet das Benzolphenol,Phenol, auch Carbolsäure genannt, 0„II„-OII. Sie wird durch Salpetersäure in dasTrinitrophenol, die Pikrinsäure, Obl-OfXO.zsz-Oll, welche heftig explodierende Metallsalzebildet, verwandelt. Bei Austausch von 14 durch Xllz entstehen Amidodcrivate, z. B. das iniTeer und im Destillat von Indigo erhaltene Amidobenz'ol, auch Anilin, Phcnylamingenannt, Lgllz-Xzll,. Eintritt von Carboxyl erzeugt die Benzoesäurc, 6„II--00-OII, auswelcher durch Eintritt der aus der schwefligen oder hydroschwefligen Säure abgeleiteten Sulsogruppe,
802-011, und der Atvmgruppe XII
das Saccharin, welches 300mal süßer als Zucker ist, entsteht. Die Eallus- oder Trioxy-benzocsäure, (.'„II 2 durch Erhitzen in ein dreiwertiges Phenol, die Pyrogallus-
säure, OxllzsOII)^ über. illndere Abkömmlinge entstehen, indem II des Benzolkerns durchAlkoholradikale ersetzt wird. Die einfachste Verbindung entsteht durch Eintritt von Methyl,O'Ilz, es entsteht 0„Il--0l4„ welches auch im Teer vorkommt, aber zuerst aus Tolubalsam er-halten wurde, daher Toluol heißt. Alle 611 können ersetzt werden; 0„(0IIz)„, Hexamethyl-
benzol. Auch verschiedene Radikale können gleichzeitig eintreten, z. B. Ogll^^ , Methyl-
propylbenzol, bildet das aus dem römischen Kümmelöl erhaltene Cymol, 0,„II,„ welches inBeziehung steht zu den ätherischen Ölen oder Terpenen mit der Formel 0,„II,Die Kampfersind als sauerstoffhaltige Cpmole zu betrachten.
Die Benzole besitzen in hohem Grad die Fähigkeit, unter Austritt von II teils direkt,teils durch Vermittelung von 6 Atomen sich zu verbinden. So betrachtet man das Indigo-blau, Lhgll.yXXO,. als Vereinigung zweier Benzole, von welchen je 211 durch 00 und XII
ersetzt sind und welche durch 20 verbunden sind; 0„II^,< —0^.^^6„II^. Das Indigo-
blau ist auf verschiedene Weise, zuerst 1870 durch A. Baeyer künstlich dargestellt worden,und wenn das Produkt selbst auch noch zu teuer ist, so verdrängt beim Kattundruck das künst-liche das natürliche, da man die Farbe unmittelbar auf dem Zeuge herstellen kann.
Auch die Anilinfarben gehören ihrer Zusammensetzung nach hierher. Sie sind Derivateeines dreifachen Benzolkerus, des Triphenylmethan, 0,„II,„ oder (0„II„)z OII. Aus ihm ent-
I4>X-07II,x
steht durch Eintritt von 3X11.2 das Triamido-Triphenylmethan, ^^Oll-OgH.-XII,.Durch Oxydation oder Hydroxylieruug der OII Gruppe entsteht das Triamido-Triphenylcarbinol,Ü'v O-OII oder 0,„II,„XzO; es ist farblos, bildet aber
4^2^ *^6^4 OH
als Base, als Pararosanitinbase, mit Säuren unter Austritt von Wasser Salze, welchedie Rosanilinfarbcu darstellen. Das als Indikator von Alkali verwendete Phenolphta-
/OO —Ogllz-OII
lein ist ebenfalls eine Vereinigung von 3 Benzolen, O^II^^o ^ n <>n'
Noch giebt es eine größere Menge von organischen Körpern, deren Zusammenfügungoder Struktur unbestimmt ist. So die Pflanzcnbasen oder Alkaloide, die aber alsX haltige Verbindungen wohl sämtlich als Amine zu betrachten sind. Dann die ätherischenLle, welche wie fette Öle in Wasser unlöslich sind und Papier und Zeuge durchscheinendmachen, aber bei ihrer Flüchtigkeit nur vorübergehend; sie sind chemisch indifferent, cntwcders au erstofffrei, wie Citronen -, Lavendel-, Bergamottöl, Terpentinöl u. s. w. Diese sind die sog.Tcrpenc; die sanerstoffhaltigcn sind von sehr verschiedener Zusammensetzung. Harze