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2 (1891) Elemente und Verbindungen / von ... L. Weis
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45
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Die lltannigfaltigbcit der ckiohlcnstofsvcrbindnngen.

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können aus Terpcnen durch Oxydation entstanden sein, sie verhalten sich wie schwache Säuren,bilden mit Alkalien Harzseifen, sie sind nicht ohne Zersetzung flüchtig; die Weichharze heißenauch Balsame. Bitterstoffe sind X freie, bitterschmeckende, farblose, indifferente und inPflanzen fertig enthaltene Körper. Vielfach in Pflanzen, seltener in Tieren verbreitet sindStoffe, welche durch Säuren oder Alkalien, auch schon durch Kochen mit Wasser oder durchgeformte und ungeformte Fermente (I. 120) in eine Traubenzuckerart (Glykose) und eineandere Substanz zerfallen, sie heißen Glhkoside, Glukoside oder Saccharide und werden alsätherartigc Verbindungen von Glykosen betrachtet, z. B. das Amygdalin (I. 121), welches inZucker, Bittermandelöl und Blausäure zerfällt. -fi 21^0 26^^^^ -j- 6^11^-

OOll fi- 6XII. Das Salicin der Weiden und Pappeln, welches in Zucker und Saligenin(Salicylalkohol) und das Jndikan der Indigopflanzen, das in Zucker (Jndigglncin) undJndigblau zerfällt.

Unbestimmt in ihrem inneren Gefüge sind auch die natürlichen Farbstoffe; namentlichaber auch die Eiweißstoffe, Albnminate oder Proteinkörper. Diese sind in festemZustand weiße, flockige oder klumpige, geruch- und geschmacklose Massen, welche getrocknet gelb,durchscheinend, hornartig und spröde werden. Sie finden sich in jeder Zelle eines Organismus,sind der erste (-o,!,^-) Stoff derselben, daher der Name- Protein, wie auch der die Zellwandausscheidende Zelleninhalt, als erste bildsame, plastische Masse, Protoplasma genannt wird.Diese Proteins sind in tierischen Körpern mehr als in pflanzlichen, scheinen aber vorzugsweisein letzteren zu entstehe». Sie finden sich gelöst oder ungelöst, halbweich oder fest, als amorphesGerinnsel oder als organisierte Eewebsteile. Sie sind X haltig, bestehen durchschnittlich aus5055"/o 0; 6,97,3 11; 1518X; 2023,5 0; 0,32,0 8. Bei Albumin wird die Formelangegeben. Alle sind rasch zersetzbar. Dabei nennt man Eiweißstoffe, welchedurch Erhitzen ihrer Lösung gefällt werden: Albumins. Solche, welche von selbst aus derdem Leben entzogenen Lösung niederfallen, heißen Fibrine. Solche, welche beim Kneten vongemahlenem Getreide mit Wasser als zähe klebrige Masse verbleiben, heißen Kleber. Eiweiß-stoffe, welche nur durch Zusatz von Säuren oder durch Fermente gefüllt werden, heißenKaseins; sie sind an Alkali gebundene Eiweißstoffe (Milchkasein und Pflanzenkasein oderLegumin). Saurer Magensaft, Fäulnis, starke Säuren und Basen verwandeln die Eiweiß-stosse in lösliche, durch tierische Haut difsundierbare Stoffe, Peptone (1. 121). Ähnlich denEiweißstoffen sind die Leimstofse; diese quellen in kaltem Wasser, ohne sich zu lösen, auf;sie lösen sich aber in heißem und erstarren zu Gallerte. Bei längerem Kochen verlieren siedie Fähigkeit zu gelatinieren. Mit Gerbsäure verbinden sie sich leicht, werden dann beimTrocknen nicht hart und spröde, sondern bleiben geschmeidig, bilden das Leder und widerstehenals solches der Fäulnis. Hornstoffe sind unlöslich in kochendem Wasser, werden aber beimErhitzen in geschlossenen Röhren bis zu 150" und 180" löslich, gelatinieren indes nicht beimErkalten.

Die so mannigfachen Verbindungen des Kohlenstoffs, so atomreich und so zusammen-gesetzt sie auch sein mögen, lassen sich somit auf einige wenige Verkettungsweisen, reihenförmigeoder ringförmige zurückführen. Unorganische wie organische Verbindungen haben daherihren Bestand in dem wechselseitigen Verbundensein einer Gruppe von Atomen, wobei kleinere,inniger verbundene Gruppen dem Ganzen eingefügt sein können. Und wenn dabei auch wederdie Atome, noch die Moleküle in starrer Ruhe zu denken sind (I. 27), so verharren doch injeder Verbindung die Atome in einem gewissen Gleichgewicht zu einander, in dem sie verharren,bis äußere Einflüsse sich geltend machen. Bei den Verbindungen, deren Eefüge noch unsicher,wird es nicht anders sein. Deshalb ist auch von chemischem Gesichtspunkt aus keine Ähn-lichkeit zwischen chemischen Verbindungen, seien sie krystallisiert oder nicht, fest, flüssigoder nicht, und den Zellen als lebenden Organismen (I. 24); denn diese verharren inihrem Bestand nur bei steter Entwickelung unter steter Stoffaufnahme und Stoffvcrarbeitung,zur Erhaltung des eigenen Individuums und zur Erzeugung neuer Individuen, zur Erhaltungder Art. Man kann daher auch nicht sagen, die Kräfte, welche chemische Verbindungen bildenund zu luftsörmigen, flüssigen und festen oder steinigen Massen anhäufe», seien dieselben,welche die Organismen mit ihrem lebendigen, fortdauernden Stoffwechsel gestalten. Das Reden,es seien die Zellen nur sehr zusammengesetzte Verbindungen oder sehr komplicierte Mechanismen,hat daher keinen wissenschaftlichen Boden. Die Thatsache, daß selbst in dem kleinsten Leben