46
Nichtmetalle: Grganagcnc. Lcucrerzeuger.
der einfachsten Zelle ein zusammengesetzteres, unbegreiflicheres Geschehen, als in Krystallen,stattfindet, bildet die Brücke, auf welcher eine dichterische Phantasie Unähnlichstes verbindet undsagt, die Zelle sei nur eine kompliciertere, zusammengesetztere Verbindung. Der Unterschiedzwischen organischen und organisierten Körpern bleibt daher bestehen. Der Name:organische Verbindung stammt daher, das; man solche Verbindungen früher nur aus Organismen,Pflanzen oder Tieren erhielt und glaubte, sie würden nur durch Lebenskraft gebildet. Seitder künstlichen Darstellung des Harnstoffs durch Wühler 1828 wurden die meisten dieserVerbindungen künstlich, d. i. auf dem Wege, auf welchem auch die unorganischen Verbindungendargestellt werden, dargestellt. Man nennt sie daher nach ihrem Grundelement auch Kohlen-stoffverbindnn gen und könnte sie im Zusammenhang der Elemente und ihrer Verbindungenbetrachten, wenn bei ihrer endlosen Zahl nicht die Übersichtlichkeit über die zu betrachtendenElemente verloren ginge.
II. Seuererzeuger. (1.199.)
H c'.s w e s o l. 8nff,inrr. 8.
Atomgewicht 32; Mol.-Gew. 62; Vol.-Ecw. bei 880" 82; spec. Gew. (Luft —) —
2,217; gefunden 2,2. Bei 440" Vol.-Gew. — 90 und spec. Gew. — 6,6. Seit ältester Zeitbekannt und als Räucherungsmittel und Heilmittel benutzt; aber nur der gediegen vor-kommende. Dabei unterschied Dioskorides, llswv reinen ungebrannten, und tlrtov
gebrannten, ausgeschmolzenen. Ähnlich Plinius . Die Gewinnung aus Schwefel-erzen lehrte erst 1556 Agricola in seiner Schrift: 1)s ro mstallioa. Er beschreibt auch zuerstdie Schwefelblumen. Die Darstellung der Schwefelmilch lehrte bereits Geber. In derAlchemie galt der Schwefel als Bestandteil der Metalle (I. 127). Die Vorstellung Gebers,der Schwefel sei etwas Öliges, ein eingedicktes Fett (I. 128), ward im 17. Jahrh, die herr-schende; nahm man damals doch in allem Verdrennlichen ein Öl oder Fett a». Sylviusde la Bos z. B. betrachtet daher 1670 den Schwefel als aus Säure und Fett bestehend,letzteres werde beim Verbrennen ausgeschieden. 1661 hatte Bohle bei der Destillation vonTerpentinöl mit Schwefelsäure Schwefel erhalten und hatte die Meinung ausgesprochen, derSchwefel könne aus der Säure stammen. Entschiedener noch suchte Mahow (1. 149) 1669zu beweisen, die Schwefelsäure entstehe aus dem Schwefel unter dem Einfluß des Teils derLuft, welcher das Verbrennen unterhalte. Der Begründer der Phlogistonlehre, Stahl, da-gegen, welcher die Gewinnung von Eisen aus Lehm und Öl zu seinen Gunsten gedeutet hatte(I. 130), stellte auch die Gewinnung von Schwefel aus Vitriol und Terpentin als Stütze seinerLehre hin; als Beweis, daß der Schwefel aus der Säure, zu der er verbrenne, und aus PHIo-giston bestehe. Er sprach indes auch zuerst aus, daß die Schwefelerze Verbindungen vonMetall und Schwefel seien. Die phlogistische Vorstellung vom Schwefel wurde zweifelhaft, alsLav visier 1772 die Gewichtszunahme beim Verbrennen von Schwefel nachwies und zugleichzeigte, daß die Zunahme in einer Verbindung mit Luft beruhe. Stach Entdeckung des Sauer-stoffs zeigte er 1777, daß die schweflige und die Schwefelsäure Verbindungen des Schwefelsmit Sauerstoff seien. Von da an galt der Schwefel als Element; doch glaubte Davh noch1809, der Schwefel sei wie ein Harz zusammengesetzt.
Vorkommen; mineralisch (I 214) besonders gediegen und in Verbindung mitSchwermetallen, in schwefelsauren Salzen, besonders der Erdalkalimetalle; als Gips,Schwerspat, Cölcstin, Bittersalz: dann in organischen Stoffen, besonders im Eiweiß,Kleber, in den Haaren, im Sensöl, Knoblauchöl u. s. w.; entwickelt sich beim Faulenschwefelhaltiger Stoffe als Schwefelwasserstoff, der auch in Schwefelwassern enthalten ist.
Gewinnung. Der mineralische Schwefel wird entweder aus seinemGestein in großen mit Erde bedeckten Meilern ausgefchmolzen, oder austhönernen Retorten vom Gestein abdesti liiert. Auch durch Erhitzen vonSchwefelkies, bo8z, welcher in ko8 -s- 8 zerfällt, wird er gewonnen. Der sooder so erhaltene Rohschwefel wird durch nochmalige Destillation aus guß-