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für, dass die Glimmerblättchen gleichzeitig mit der Bildung desGesteins entstanden, ein krystallines Sediment. Noch fehlt eszu sehr an hinreichend sicheren Untersuchungen über die Thon-schiefer und Schieferthone, um der Lösung der Frage nach derHerausbildung des heutigen Zustandes solcher Tlionschiefcr nahetreten zu können, die ich für jedenfalls nicht weniger verwickelthalte, als die Frage der Granitgenese. Dass die Natur solcherThonschiefer als ursprünglich krystalliner Sedimente an die Lö-sungsfähigkeit des Wassers andere Ansprüche stellt, als die,welche man demselben gemeiniglich zuschreibt, lässt sich nichtabstreiten; ehe man indessen vom chemischen Standpunkt ausüber diesen Gegenstand mit Sicherheit urtheilen kann, wäre esvielleicht angezeigt, experimentelle Untersuchungen über chemi-sche Reactionen an schlammig suspendirten Massen zerriebenerSilicate anzustellen. Andererseits kann die. unzweifelhafte Tliat-sache des Absatzes von Glimmer aus wässrigen Lösungen aufGängen und im festen Gestein nicht unmittelbar als Beweis fürdie Möglichkeit des angedeuteten Brocesscs der Thonschiefer-bildung gelten. Sieht man dagegen derartige hochkrystalline Tlion-schiefer, wie sie hier in den Steiger Schiefern vorliegen, als dasProduct einer regionalen Metamorphose an, so zwingt die Tliat-sache einer Contactmetamorphose dieser Schiefer am Granit mitganz abweichenden Resultaten, dass für diesen Fall wenigstens —ich denke noch keineswegs an eine durchgreifende Verallgemei-nerung des Satzes — die Contactmetamorphose und die regionalezu durchaus verschiedenen Producten führen.
Indem ich den Boden einer Speculation verlasse, welche solange eine unfruchtbare sein muss, als der Kreis unserer that-sächlich feststehenden Kenntnisse über den Bestand der Thon-schiefer und Schieferthone, sowie verwandter Gesteinsmassen, einso enger ist und experimentelle Forschungen nach dieser Seitehin eigentlich noch gar nicht vorliegen, möge doch noch darauf
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