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Die Steiger Schiefer : und ihre Contactzone an den Granititen von Barr-Andlau und Hohwald / H. Rosenbusch
Entstehung
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lauge Axe der Schichtung parallel gestellt. Diese Mineralienmussten also, als die Streckung oder Faltung des Gesteins er-folgte, schon vorhanden gewesen oder gleichzeitig mit diesemmechanischen Act entstanden sein. Diese überaus interessantenWippraer Schiefer bestehen übrigens vorwiegend aus Quarz, ei-nem farblosen und einem braunen, stark pleochroitischen Glimmer.In diesem gar nicht sehr feinkörnigen Gemenge wimmelt esvon Strömen und Bändern der stachligen Mikrolithe, welcheaus dem Wieder Schiefer vom Krebsbaclithale erwähnt wurden.Auch die Anordnung dieser ist durch die Faltung der Schieferbedingt. Daneben erscheint Turmalin, wie im Steiger und Lengen-felder Schiefer und ausserdem ein gelbes Mineral in fast aus-nahmslos rhombischen, selten kurz leistenförmigen Formen. DieWinkel der rhombischen Durchschnitte wechseln von nahezu 90° bis130°, doch sind die fast rechtwinkligen Formen weitaus am häu-figsten. Die Flasticitätsaxen dieser Substanz liegen, wie die Dia-gonalen der rhombischen und parallel der Längsaxe der leisten-förmigen Durchschnitte. Sie muss also rhombisch sein. Einschwacher Pleochroismus von gelb und grün ist oft wahrnehm-bar und ich würde die Substanz für Staurolith halten, wennnicht die vorwiegenden, fast rechtwinklichen Durchschnitte mitdiagonaler Auslöschung dagegen sprächen. Beeilt auffallend ist esnun, dass die Anordnung dieser Kryställchen, sowie die derTurmaline im Gestein eine Einwirkung des mechanischen Fal-tungsactes nicht im Mindesten erkennen lassen, so dass man ver-muthen muss, dieselben seien erst später im Gestein entstanden.

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