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noch undurchsichtig, senkrecht dazu braun oder grün; die Absorp-tion von 0 ist sehr kräftig bis zur vollkommenen Auslöschung.Bemerkenswerth ist die Erscheinung, dass sich unter dem Mi-kroskope einheitliche Glimmertafeln bei Durchschnitten parallelc als aus mehrfach wechselnden, theils braunen, theils grünenBlättchen zusammengesetzt erweisen — offenbar ein durch dieBlätterstructur des Minerals eigcnthümlich abgeändertes Analogonzu der bekannten Zonenstructur der Augite, Granaten und Horn-blenden. Nicht selten sind die Glimmertafeln geknickt und ge-bogen und lassen dadurch auf ursprüngliche Bewegungsphänomeneim Gesteine scliliessen, wenn man sich dieselben auch nicht alsidentisch mit dem Fliessen eines Trachyt-Lavastroms deswegenzu denken braucht. Der Umwandlungsprocess des Magnesiaglim-mers lässt sich mikroskopisch besser verfolgen, als mit blossemAuge; die Blättchen desselben fasern sich senkrecht zu c zuhell blaugrünen, deutlich dichroitischen, aber sehr schwach doppelt-brechenden Fasern aus, welche sich bei fortschreitender Umwand-lung zu rundlichen, oft auch roh hexagonal begrenzten Schüpp-chen ordnen, die ganz das Aussehen der chloritischen Uinwand-luugsproducte der Augite in Diabasen besitzen und, wie diese,ziemlich leicht von Säuren angegriffen werden. Die Lösung ent-hält Kieselsäure, Thonerde, Eisen und Magnesia. — An Ein-schlüssen führt der Glimmer Magneteisen und noch öfter Apatit-nadeln, wie durch chemische Prüfung mit molybdänsaurem Am-moniak im Dünnschliff leicht nachweisbar war.
Die accessorischen Gemengtheile des Granitits von Barr -Andlau vermehren sich unter dem Mikroskope um den Titanit,durchaus analog demjenigen der Syenite; derselbe bildet ein-fache Krystalle und Zwillinge. Da die Zwillingsgrenze mit derlangen Diagonale der rhombischen Durchschnitte der bekannten
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Form ’/,P2 zusammenfällt, so muss die Zwillingsebene in dieZone oP : oo P <x> fallen und ist wahrscheinlich oP selbst.
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