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Die Steiger Schiefer : und ihre Contactzone an den Granititen von Barr-Andlau und Hohwald / H. Rosenbusch
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sich der Granitit von Hohwald bis zum Kamme des ganzenGebirgs, über welchen hin seine nördliche Grenzlinie zumgrössten Theile verläuft, und erreicht hier auf dem Champdu Feu oder llochfelde die beträchtliche Erhebung von1095 Meter. Von hier senkt er sich rasch in südwestlicher Rich-tung in das Thal der Breusch, trägt anfangs vereinzelte kleineKuppen von Rothliegendem und Vogesensandstein wie im BoisdHvreuil und verschwindet dann gänzlich auf der Hochebenevon Saales unter der fast horizontalen Decke der erstgenanntenFormation. Ebensowenig wie bei dem Stock von Barr-Andlauist hier die Grenze gegen den Schiefer durch eine mehr weni-ger gerade Linie gegeben; vielmehr verläuft dieselbe sowohlauf dem südlichen Gehänge des Andlauthales, wie auf demnördlichen des Weilerthales sehr oft im schärfsten Zickzack undsendet apophysenartige Ausläufer in den Schiefer hinein, diesogar an einer Stelle, an dem östlichen Gehänge des Wegesaus dem oberen Theile des Dorfes Hohwald nach Breitenbachauf der Kammhöhe des Rückens, wieder in den Stock zurück-kehren, so dass auf diese Art eine dreieckige Scholle des meta-morplien Schiefers als gewaltiger Einschluss im Granit erscheint,wenn es nicht richtiger ist, in derselben einen kleinen Rest einerfrüheren allgemeinen Schieferdecke zu sehen.

< Das Gestein dieses Stockes besteht bei mittelkörniger bisgrobkörniger Structur, welche nirgends in eine typisch porphyr-artige übergeht, aus meistens gelblichweissem bis weissem, nurhöchst selten bei Verwittrung röthlich werdendem Orthoklas,viel wasserhellem oder weissem, auch wohl gelblichem oder grün-lichem Plagioklas, grauem oder röthlichem Quarz, schwarzem,stets auskrystallisirtem Magnesiaglimmer und meistens unterge-ordneter schwarzer Hornblende in Nadeln. Hellgefärbter Kali-glimmer ist nirgends vorhanden, ausser hie und da in winzigenBlättchen als unzweifelhaftes Umwandlungsproduct des Orthoklases,

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