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Wien's Wasserversorgung : eine Denkschrift ... / Aug. Fölsch und Carl Hornbostel
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Als erster Schritt zur Deckung dieses Ausfalles ist es beantragt, durch Ver- Eventuelle Ausdeh-längerunsr der Saug-Canäle, Aufstellung neuer Dampfmaschinen und Erweiterung des uu?' <1ci - f eullnaut * s "

öö ° _ ° . 1 . , ® Wasserleitung.

Röhrennetzes das von der Ferdinands-Wasserleitung gelieferte Quantum zunächst um75.000 Eimer, also bis auf eine tägliche Leistung von 200.000 Eimern, zu steigern.

Der Gedanke, dem gesummten Wasserbedarfe der Stadt durch noch weiter-gehende Ausdehnung der genannten Anlagen zu genügen, liegt so nahe, dass einnäheres Eingehen in die Leistlings - Verhältnisse dieses Werkes nicht überflüssigerscheint.

In quantitativer Beziehung steht einer Vergrösserung der Röhrenleitungen so Vermehrung des Was-

wie einer Vermehrung der Maschinenkraft, weit über die jetzigen Grenzen hinaus, ser< l nantmus der ler-

i-iici r~\ -i 1 -. , i oi- dinands-Leitung.

durchaus nichts entgegen. Nur bezüglich der baug-Canale durften sich einige Schwie-rigkeiten ergeben.

Diese Saug - Canäle, deren Construction in der Denkschrift des Stadt - Bau-Amtes vom Juli 1861 ausführlich beschrieben ist, liegen parallel mit dem Donau-Canale und tiefer als die Sohle desselben. Das Wasser hat durch den Schottergrunddes Canalbettes in die Saug-Canäle durchzusickern und fliesst alsdann von dort zu denPumpen der Dampfmaschinen ab.

Ungeachtet der wiederholt vorgenommenen Verlängerungen der Saug-Canäle Leistungsfähigkeitsind dieselben jedoch gegenwärtig nicht im Stande, unter allen Verhältnissen das dei ® an s Canale.Quantum von 125.000 Eimern täglich liefern zu können. Zur Zeit des niedrigenDonaustandes, wenn die Einsickerungsfläche des Canales am kleinsten und derWasserdruck am geringsten ist, verringert sich nämlich die Ergiebigkeit der Saug-Canäle so stark, dass zur Fortsetzung des ungestörten Betriebes das Wasser aus demDonau -Canalc durch besondere Leitungen direct in die Filtrations - Canäle eingelassenwerden muss.

Ob durch sehr beträchtliche Ausdehnungen der Saug-Canäle dem Bedarfe einerstark bevölkerten Stadt auf die Dauer genügt werden könne, mag vorläufig dahin-gestellt bleiben; es hat wenigstens anderwärts bezüglich derartiger Anlagen die Er-fahrung*) gelehrt, dass durch die fortdauernde Filtration die im Wasserenthaltenen festen Bestandteile nach und nach die Zwischenräumedes Schotters ausfüllen, also eine Abnahme der Durchlassfähigkeit desselbenherbeiführen.

Je nach der Beschaffenheit des Schotterbettes und nach der Menge und Gattungder festen Sinkstofle, welche in dem filtrirenden Schotter Zurückbleiben, geht die Ver-ringerung der durchsickernden Wassermenge mehr oder minder rasch vor sich.

*) Ein Beispiel hiefür gibt die frühere Wasser-Versorgung von Glasgow , deren am Clyde-flusse gelegenen Filter-Canäle sich nach und nach verstopften und immer wieder aufs Neue verlängertwerden mussten.

Dies war einer der Hauptgründe, wesshalb man in den letzten Jahren die ganze Anlage amFlusse aufgab, und eine vollständig neue Versorgung der Stadt durch Zuleitung von Wasser aus einigenhochgelegenen Seen auf 9'/, Meilen Entfernung einrichtete.