32
Notlnvendigkeit einer Für Abnehmer von grösseren Wassermengen zu industriellen Zwecken u. dgl.
stärkeren Versorgung dürfte dies System jedoch auf die Dauer kaum durchzuführen sein, sondern man wird
zur Tageszeit.
sich voraussichtlich zur Förderung derartiger Anlagen herbeilassen
müssen, die betref-
fenden Industriellen von der Herstellung übergrosser Wasserbehälter zu entheben, undihnen den Tagesbedarf während der Tagesstunden, nicht aber auch theil-weise zur Nachtzeit zukommen zu lassen.
Noch greller stellt das Missverhältnis zwischen dem zeitweiligen Wasserbe-darfs für öffentliche Zwecke sich heraus. Das Besprengen der Strassen, die Versor-gung von Bädern, Markthallen etc. findet nahezu ausschliesslich bei Tage, nicht aberauch zur Nachtzeit statt, und von den 500.000 Eimern, welche für derartige Zweckewährend 24 Stunden bestimmt sind, werden jedenfalls vier Fünftheile zur Tageszeit inVerwendung kommen.
Ausgleich zwischen Diesem wechselnden Verbrauche gegenüber fliesst durch den
dem Zufluss und dem A q u ä d u c t regelmässig die nämliche Wassermenge zu, und ohne ein aus-
wechselnden Ver- g] e i c l ienc l es Reservoir würde zu Zeiten ein Ueberfluss von Wasser, zu anderen Zeitenbrauche. ° , .
trotz der reichlichen Bemessung des ganzen Wasser - Quantums dennoch ein Abgang
eintreten!
Berechnung des Ver- Fin Beispiel in Zahlen dürfte dies am besten veranschaulichen:
hrauclies zur Tages- ] ) e r Fischa-Dagnitz- Aquäduct führt — um vorsichtshalber bei der oben an-
genommenen Zahl zu bleiben — in 24 Stunden regelmässig 1,250.000 Eimer, also perStunde circa 52.000 Eimer zu.
Der Verbrauch der Stadt, sobald solcher bis 1,000.000 Eimer pr. Tag gestiegen,von denen etwa die eine Hälfte für den häuslichen Bedarf, die andere für öffentlicheZwecke zu dienen hat, wird sich etwa in folgender Weise vertheilen:
Verbrauch
Verbrauch
Total
Verwendung des gelieferten Wassers
zur Tageszeit
zur Nachtzeit
Eimer
Eimer
Eimer
Für den häuslichen und gewerblichen Bedarf
300.000
200.000
500.000
Für öffentliche Zwecke.
400.000
100.000
500.000
Im Ganzen. ..
700.000
300.000
1,000.000
Nothweudigkeit einesKeservoirs zur tlieil-weisen Ansammlungder nächtlichen Zu-flüsse.
Während der Tageszeit consumirt also die Stadt in Zukunft nicht weniger als700.000 Eimer, indess durch den Aquäduct in 12 Stunden nicht mehr als 625.000 E.zufliessen. ,
Ungeachtet der den ganzen Bedarf weit übertreffenden Total-Wassermenge würdealso dennoch zu gewissen Stunden ein Mangel eintreten, wenn nicht ein Theil desnächtlichen Zuflusses in dem Vertheilungs - Reservoir aufgefangen und dort in Reservegehalten würde.