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unter tausenden von der gewöhnlichen Beschaffenheit ein Individuum mitbedeutend abweichenden Characteren auf. So erwuchs das erste Indivi-duum der Erdbeere mit ungeteilten Blättern {Fragaria monophjllos L.)im Jahre 1761 zu Versailles aus dem Samen der gemeinen Walderdbeere{Fr. vesca). Eine ähnliche und bei den höheren Pflanzen gewifs recht selteneAusnahme mag auch die Parthenogenesis sein; das Gesetz, dafs die weib-lichen Keimgebilde durch Zulhat der männlichen zur Entwicklung gelangen,wird deshalb nicht aufgehoben, noch kann diese Zuthat durch die Ausnahmeihrer Bedeutung beraubt werden (‘). Die wissenschaftliche Kritik soll sichjedoch durch dei’artige Vorerwägungen in keiner Weise stimmen lassen; siehat zunächst die Thatsachen zu prüfen und hinreichend beglaubigten That-sachen gerecht zu sein. Die Sache der Parthenogenesis mag ihr vielleicht nochnicht zum Urtheil reif erscheinen ; sie wird noch entschiedenere Feststellungder Beweismittel, noch zahlreichere Zeugen für dieselben verlangen. Ichzweifle nicht, dafs diesem Verlangen im Laufe derZeit genügt werden wird;meine Aufgabe ist es zunächst, das eigene Zeugnifs gegen die Einreden zuvertheidigen, die von verschiedenen Seiten gemacht worden sind.
Zunächst erwähne ich zweier Aufsätze E. Regels ( 2 ), in welchen sichder verdienstvolle und erfahrene Director des Petersburger botanischen Gar-tens entschieden gegen die Möglichkeit einer Parthenogenesis, wenigstens beihöheren Gewächsen, ausspricht, gestützt auf mit grofser Sorgsamkeit aus-geführte Versuche an Mercurialis annua, Spinacia und Cannabis, welcheein durchaus negatives Resultat ergaben. An den weiblichen Pflanzen von
(') Wenn behauptet wird, die Annahme der Möglichkeit einer Parthenogenesis setze dieBefruchtung zu einem völlig üherlliissigen und nutzlosen Acte herab, so wird dabei nicht be-dacht, dafs die Befruchtung möglicher Weise noch eine ändert“ Bestimmung haben kann, alsblofs schlechthin eine Nachkommenschaft zu bewirken. Die Parthenogenesis berechtigt zu einersolchen Folgerung nicht mehr und nicht weniger, als die als ungeschlechtlich bezeichuctenForlpllanzungsarlen, von welchen es anerkannt ist, dafs sie normal ohne befruchtende Zuthatstattfinden.
( 2 ) Botanische Zeitung 1858 No. 41, S. 305 und 1849 No. 5, S. 47. Seit der Lesungmeiner Abhandlung ist eine ausführlichere Darstellung der die Parthenogenesis betreffendenExperimente lkegels, begleitet von einer eingehenden Beurtbeilung aller bisherigen Arbeitenüber diesen Gegenstand, in den Memoires de l’Acad. iinper. de St. Pelersbourg Ser. VII, T. I,No. 2 mit dem besonderen litel: Regel, die Parthenogenesis im Pflanzen-reiche 1859 erschienen, auf welche ich in den später beigefügten Anmerkungen zu dennachfolgenden Mittheilungen Rücksicht nehmen werde.
Phjrs. Abh. der K. Ak. d. IViss, 1859» Nr. 2.
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