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Polyembryonie und Keimung von Caelebogyne : ein Nachtrag zu der Abhandlung über Parthenogenesis bei Pflanzen / von A. Braun
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legen ('). Was aber zweitens zu erwägen ist, ist der Umstand, dafs durch dasZusammenselmeiden der Stöcke die Zahl der weiblichen Blülhen und damitzugleich die Hoffnung auf Erfolg sehr vermindert wird. Denn die Partheno-genesis ist ja nicht eine Regel, sondern eine Ausnahme, und so ist zu erwar-ten, dafs sie, w r o sie überhaupt vorkommt, unter vielen Blüthen doch nurwenigen gelingt. Bei Caelebogjne bringen es zwar so ziemlich alle weiblichenBlüthen zur vollen Ausbildung der Frucht, aber die Samen, wenn auch äusser-lich vollständig ausgebildet, sind der Mehrzahl nach innen hohl und taub, was,da es nach den Beobachtungen von De ecke und Radlkofer wahrscheinlichist, dafs die Keimbläschen in allen oder doch den meisten Samenknospenihre Entwicklung regelmäfsig beginnen, auf einer frühen Verkümmerung einesgrofsen Theiles des Embryonanlagen beruhen mufs, womit der von mirschon früher angeführte Umstand ( 2 ) in Einklang zu stehen scheint, dafs auchder ausgebildete Keimling reifer Samen von sehr veränderlicher Gröfse istund häufig hinter dem den Euphorbiaceen sonst zukommenden Grade derAusbildung zurückbleibt. Es mag nicht ungeeignet sein an analoge Fälle imThierreich zu erinnern, namentlich an das Verhalten der unbefruchteten Eierder Nachtschmetterlinge und insbesondere des Seidenspinners, die sich auchnicht immer und, wo der Fall eintritt, in weit geringerer Zahl, als die be-fruchteten, entwicklungsfähig zeigen, langsamer und ungleichmäfsiger in derEntwicklung fortschreiten und dieselbe häufig nicht bis zur Geburt des Räup-chens durchzuführen vermögen, wie dies schon von Herold bemerkt undauch von späteren Beobachtern bestätigt wurde ( 3 ).

Ich kann demnach nicht einräumen, dafs die Versuche Regels ein ent-scheidendes Gewicht in die Wagschale gegen die Parthenogenesis legen; dafs

(') Um so weniger, als Regel in seiner oben erwähnten ausführlicheren DarstellungS. 39 und 40 auch den Gegenversuch, nämlich die durch künstliche Refruchtung der weib-lichen Blüthen kurz zusamincngeschnittcner Exemplare herbeigeführte Gewinnung vollkom-mener Samen, beschreibt.

( 2 ) Parthenogenesis S. 336.

( 3 ) "Vgl. C. Th. v. Siebold, wahre Parthenogenesis hei Schmetterlingen und Bienen,S. 120-136 und S. 28; ferner Lcuckardt, Zeugung S. 958. Wenn Dybowski (Com-mentationis de parlhenogenesi spechnen. Beruh 1860) die betreffenden Angaben in Zweifelzieht, weil es ihm seihst nicht gelungen ist die Entwicklung unbefruchteter Eier des Seiden-spinners zu beobachten, so mufs ieh abermals daran erinnern, dafs damit zunächst nur bewiesenwird, dafs die Parthenogenesis auch beim Seidenspinner nicht Regel, sondern Ausnahme ist.

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