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Polyembryonie und Keimung von Caelebogyne : ein Nachtrag zu der Abhandlung über Parthenogenesis bei Pflanzen / von A. Braun
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zuzuschreiben, wenn inan anders Zelotypie und Idiotypie ( 1 ) als das we-sentliche Unterscheidungsmerkmal ungeschlechtlicher und geschlechtlicherFortpilanzung betrachtet. Es ist unzweifelhaft, dafs es bei den Farnen aufdem Wege der Fortpilanzung durch Sporen entstandene und nicht blofsdurch äussere Einlliisse bewirkte individuelle Abänderungen ( 2 ) giebt, diesich bis zur Monstrosität steigern können; ja selbst die Existenz von Bastar-den läfst sich kaum bezweifeln ( 3 ). Diefs entspricht ganz dem erfahrungs-mäfsigen Verhalten der Phanerogamen bei geschlechtlicher Fortpilanzung.Wenn nun anderseits bei Farnen die Erfahrung vorliegt, dafs nicht seltendie individuellsten Abänderungen, ja sogar wahrhafte Monstrositäten, sichbei der Aussaat constant erweisen, also eine zelotypische Fortpilanzung zei-gen, so mülste man consequent diese Erfahrungen durch eine Fortpilanzungohne Befruchtung zu erklären suchen, die in diesem Fall blofs Parthenogene-sis sein könnte, üb aber die sonstigen Erfahrungen über zelotypische undidiotypische Fortpilanzung dazu wirklich ein Recht geben, diefs ist eineFrage, auf die ich am Schluls noch einmal zurückkommen werde.

Die Verhältnisse, unter denen die Fruchtbildung bei den Moosenaultritt, sprechen im allgemeinen für die Nothwendigkeit der Befruchtung,doch giebt es auch einige Fälle, welche räthselhaft sind und als Parlhenoge-nesis gedeutet werden könnten. Monöcische und zwitterige Moose fructiliei-ren meist leichter und häufiger als diöcische. Bei allen bekannteren Beispie-len von Moosen, welche sehr selten fructiliciren, trägt Diöcie in Verbindung mitder Seltenheit des Vorkommens männlicher Bilanzen die Schuld der Unfrucht-barkeit; daher findet man fruchttragende Exemplare nur da, wo männliche inder Nähe sind, oder umgekehrt männliche nur zwischen fruchttragenden (*).So bei Lncalypta streptocarpa , Lcucobryum glaucum , Aulacomnion an-

(') Ich gebrauche hier die von Uadlkofer (über das Verh'altnifs der Parthenogenesiszu den anderen lortpllanzungsarlen S. 19) eingefiihrten Ausdrücke, welche sich durch Kürze

und l)cu tlichkeit empfehlen.

( 2 ) Jeder, der die gewöhnlichen inländischen l'arne, z. 1$. Aspidium Fiii.r mas und As-p/eniurn Fi/ix femina 1 an OrLen, wo sie üppig gedeihen, beobachtet hat, wird davon über-zeugt sein.

( 3 ) Vergl. Verjüngung m der Natur S. 329, so wie die Samencataloge des hiesigen bot.Gartens von 18,i4 und I8a7.

ü) Die nachfolgenden Angaben sind grofsentheils der Rryologia Europaea entnommen,einige auch brieflichen Mittheihmgen von Ph. W. Schimper.

Phjs. Abh. der K. Ak. d. IViss. IS59. Nr. 2. N