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kofer’s, eines Meisters der Untersuchung in diesem Gebiete, ein besonde-res Gewicht zusehricb, das ich ungern in die Schale des Irrthums gelegtsah und gerne nach der andern Seite herübergezogen hätte. Diefs ist mirnun freilich nicht gelungen, was mich veranlafst, hier noch einmal auf den-selben Gegenstand zurück zu kommen.
Radlkofer hat auf meine Einwendungen in einer eigenen Schrift (')geantwortet, in welcher er der von mir gegebenen Darstellung, obgleich erdie Grundlage, von welcher sie ausgeht, als irrig zu erweisen sucht, vonder morphologischen Seite her Geltung zuerkennt, seine eigene dagegen ausdem physiologischen Gesichtspunkt verlheidigt (S. 33). Ich unterlasse esauf alle untergeordneten Differenzpunkte, welche in IIa dl kofer’s Schriftzur Sprache gebracht sind, einzugehen, da diese sich am Ende von selbsterledigen, und beschränke mich aut eine Erörterung der drei wesentlichstenFragen: 1) Ist die Parthenogenesis eine geschlechtliche oder ungeschlecht-liche Fortpllanzungsweise? 2) Welches ist der Anfang des individuellenEntwicklungscyclus der Pflanze? 3) Ist der Fortpflanzungsapparat der Cryp-togamen eine Blüthe zu nennen oder nicht ?
I.
Die Antwort auf die erste Frage scheint mir so selbstverständlich, dafsich nicht daran denken würde, sie mit Gründen zu unterstützen, wenn ichnicht durch die Behauptung Radik ofer’s, dafs die Parthenogenesis „nichtsAnderes, als eine besondere Form der ungeschlechtlichen Ver-mehrung, der monogenen Zeugung” sei (S. 16) dazu besonders auf-gefordert wäre. Die Parthenogenesis ist allerdings dem Worte nach einemono ge ne Zeugung, aber der Ausdruck monogene Zeugung hört aufgleichbedeutend mit ungeschlechtlicher Zeugung zu sein, sobald man dieExistenz der Parthenogenesis zugiebt. Ein normal gebildetes (thierischesoder pflanzliches) weibliches Individuum erzeugt in den weiblichenGeschlechtsorganen auf normale Weise die characteristischen weibli-chen Keimgebilde (Eier, Embryonsäcke mit Keimbläschen), aus wel-chen sich, zwar ohne Befruchtung, aber übrigens in normaler Weise, neue
(') Über das Verbältnifs der Parthenogenesis zu den anderen lorlpflanzungsarten. KineBerichtigung der Einsprüche Prof. A. Itraun’s gegen meine Anschauungen über die Forl-pllanzungsverh'altnisse der Gewächse. 1858.