Eisenbahnbau nach den Ideen des Verfassers. Staffelschienen rc. 66?
welche aber größere Mildernngskavitale geben). Bei Frequenzen von 8 und mehrZügen in jeder Richtung täglich ändert sich dieß. ES werden aber bei 12 Zügenund mehr die Beschränkungen des Chausseeverkehres so bedeutend, daß dann wahr-scheinlich dieser ganz aufgegeben werden muß, und dafür Nebenwege zu chaussirenwären, wenn der Verkehr so bedeutend sein würde.
Nationalökonomische Nach- und Vortheile der Chaussee-Eisenbahnen mitbesonderer Rücksicht aus Bayern .
1244. Der einzige nationalökonomische Nachtheil der Chaussee-Eisenbahnen be-steht darin, daß der Gebrauch für gewöhnliches Fuhrwerk beschränkt wird, daß derBauer manchmal vielleicht um V, mehr Zeit braucht, wenn er mitseinem Fuhrwerke von einem Orte zum andern fährt, als früher. ESfragt sich nun einfach darum, ob diese Versäumniß für den Bauer selbst, der dar-unter leidet, nicht durch die Vortheile der Eisenbahnen weit aufgehoben wird? DieseVerkehrS-Beschränkung kann in den meisten schon dadurch wieder aufgehoben wer-den, daß der Bauer um einen höchst geringen Preis seinen ganzen beladenen Wa-gen auf einen Eisenbahnwagen setzen, oder hiemit selbst Eisengeleise benützen kann.Nebrigens können auch unter gewissen lokalen Verhältnissen selbst die Hauptchausseenfrei bleiben, wenn man die Eisenbahnen statt auf Hauptchausseen aufVicinal- oder Feldwege legt. Wenn auch dann ein neues Steinbett gemachtwerden muß, so kann doch hiedurch die Lösung des Widerstreites verschiedener Inter-essen herbeigeführt werden, der Hauptgewinnft der Chaussee-Eisenbahnen, die Er-sparniß an Erpropriationskosten, bleibt doch, und die Kosten des SteinoberbaueSdürften durch die geringere Kosten der Bewachung aufgehoben werden, welche nichtmehr nöthig ist, da bei der Breite eines Feldweges neben der Eisenbahn kein weite-rer Verkehr möglich ist.
1245. Den enormen Nutzen wohlfeiler Eisenbahnen zu beweisen ist natürlich einehöchst überflüssige Arbeit. Ich will nur einige weniger auffällige Punkte hervorheben :
Der Handels - und Personenmg über eine Chaussee schafft gewöhnlich anselber Gewerbe und Kapitale, welche durch eine in anderer Richtung gehende Eisen-bahn wieder größtentheils n> Grunde gehen, und sich an der Eisenbahn wieber neubilden, also einen Wechsel deS Eigenthums veranlassen. Chaussee-Eisenbah-nen wirken in dieser Beziehung- mehr konservativ, weil der Zug der Güter undPersonen keine Aenderung erleidet.
1246. Bayern hat jetzt eine große Eisenbabnlinie oder wird sie bald haben, welcheim Ganzen auch dann noch nicht über 2°/„ rentiren wird, wenn man den durch diejetzigen niedern Tarife und Reineinnahmen faktisch ausgesprochenen Grundsatz, dieGesammtsteuerpflichtigen zu Gunsten des die Eisenbahn benützenden Publikums zubesteuern 779) aufgibt, und besonders für Passagiere böhere Tarife einführt.Es ist nun offenbar eine Ungerechtigkeit, wenn man den Steuerpflichtigen, welcheentfernt von den bestehenden Bahnen wohnen, und für sie zahlen, ohne einen Vor-tbeil hievon zu haben, nicht wenigstens später ebenfalls Eisenbahnen zu verschaffensucht. Bei den Anlagskosten aber, welche Eisenbahnen nach der bisherigen Bauempirik