Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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Aus allem folgt nun, wir wiederholen es: dafs die Summe der Bewegung von derKlebrigkeit des Wassers verringert wird, dieselbe also als ein Hindcrnifs der Bewegungim Allgemeinen zu betrachten sey; aber auch eine wirkende Ursache wird, welchesolchen wasserschichten Bewegung erthcilt, die ohne sie stillstehendes wasser bildenmüfsten.^ Wehn jedoch die wassertheile nicht zusammen liiengen, so würden die obernwasser über die untern mit ihrer ungestörten Geschwindigkeit fliefsen; müfsten alsdannaber nicht manche i-lüsse mit ungeheurer Schnelligkeit strömen? Würden sie nichtschnell anwachsen und eben so schnell abfliefsen; müfsten nicht alsdann alle untiefenausgefüllt, die Flußbetten dergestalt erhöhet seyn, dafs die i-lufsgegenden längstens inSeen und Moräste verwandelt wären? Welches ufer könnte wohl solchen schnellenStrömen, deren oberes wasser über das Untere wegglitte, widerstehen? Wer daherdie Einwirkung der Klebrigkeit -auf den Lauf der Flüsse nieht anerkennen will, der mufsein neues Schöpfungssystem erdenken; wir wünschen ihm Glück dazu!

§. 2Q. Die aus der cohaesion entstehende Adhaesion des Wassers an den ufernbringt eine wohlthätige Wirkung hervor, indem sie die Bewegung der Strommasse längsden ufern verzögert. Ferner wirkt der widerstand, den der Boden und die ufer demströmenden wasser entgegensetzen, mittelst der Klebrigkeit des Wassers, auf die. Be-wegung der Strommasse, und vermindert ihre Geschwindigkeit. Vermöge der cohae-sion des wassers kann der Hauptstromstrich das seitswärts demselben fliefsende wasseran sich schlürfen, mithin die Stromfäden von den ufern abziehen, wodurch der Angriffdes Stromes auf diese ufer geschwächt wird. Hieraus geht demnach hervor: dafs sichder widerstand, den die ufer und das Bett dem Strome entgegenstellen, in zweyenQuerschnitten, nicht so verhalten könne, wie die Gröfse des umfangs der rrofile unddie Quadrate der Geschwindigkeiten, welches doch mehrere Schriftsteller lehren.

Die cohaesion des wassers verdient also die Aufmerksamkeit der Naturforscher ineinem hohen Grade, und wir laden sie zu neuen versuchen über die Natur des was-sers ein. Sollte diese Eigenschaft nicht auch die vorzüglichste Ursache seyn, welchedas verdünsten des wassers mäfsigt? Aufserdem, dafs auch der wind die Geschwin-digkeit des Stromes vermehrt, * wird auch die cohäsion von der Temperatur der Luftgeschwächt, also wächst auch die Geschwindigkeit, je flüssiger das wasser ist. Dasheifst, die wärme, welche die Flüssigkeit des wassers befördert, rnufs die Geschwin-digkeit vermehren, sonach als eine Ursache der Beschleunigung des Laufs der rlüssesevn. Es mufs daher das wasser schneller in wannen climatcn als in kalten fliefsen *).

'Mit der Verringerung der cokäsion, oder mit der gröfsern Flüssigkeit des wassersist auch eine schwächere Adhäsion dieses wassers an den wänden und dem rette desFlusses vereinigt, mithin — auch in dieser Hinsicht -— ein Hindernifs der Bewegungwelches denn die Adhäsion ist, geschwächt; folglich die Bewegung selbst befördert.

Ueber die schnellere Bewegung des warmen wassers / vor dem kalten haben Gerstner und Gilbert , derletztere in seinen Annalen V. 2. S. 160, interessante versuche mitgetheilt.