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$. 30. Audi der umstand, wenn das wasser mit Material aller Art geschwängertist, wird die Adhäsion vermehren. Indessen mufs sie, wenn sie als Hindernifs der Be-wegung wirken soll, stäts die cohäsion übertreffen, weil diese sonst das wasser mitfortreissen würde, ohne ihm eine Adhäsion zu gestatten. Also hat auch bey dieserdie Temperatur einen Einflufs. Endlich ist auch die Adhäsion des Wassers an der sofft"welche in der Oberfläche des Stromes wirksam ist, ziemlich bedeutend, denn die Ge-schwindigkeit ist jederzeit an der Oberfläche geringer, als ein paar schuh darunter,welches alle nachfolgende Geschwindigkeitsmessungen beweisen. In diesem Betrachtwird derjenige wind, welcher gegen den Strom bläfst, ein nicht unbedeutendes Hin-dernifs der Bewegung des fliefsenden Wassers.
$. 31. Wenn man sich einen Flufs der zweyten Art s. §. d. i. einen Canal, der einhorizontalliegcndes Bett hat, gedenkt, so kann darin die wassermasse auf zyveyerleyweise eine Bewegung erhalten, und diese Bewegung kann auch fortdauern.
a) Am Ende der stillstehenden wassermasse soll ein schütz über einem Fall desBettes,, d. i. am Ende des canals, bestehen, wird dies gezogen, so werden die derschiitzöffnung zunächststehenden Querschnitte in Bewegung kommen, wenn gleich nochdie davon entferntesten unbeweglich und mit ihrer Oberfläche horizontal stehen , wiezur Zeit, als die oeffnung verschlossen war. Sonach wird die Bewegung der gesamni-ten wassermasse , worin vermöge ihres Drucks nach und nach eine Bewegung erfolgtund von der an dem einen Ende des canals zuerst statt habenden Bewegung des Was-sers, bereits erfolgt seyn, ehe die ganze Oberfläche eine Neigung hat. Nun haben wirvorausgesetzt, dafs das nett horizontal sey; folglich ist es evident, dafs bey den flies-senden Gewässern nicht unbedingt der Abhang des nettes noch die Neigung, welche hiernur Folge ist, die Ursachen der Bewegung seyen, wenn beyde gleich zur Beschleunigungder Bewegung, je nach ihrer Gröfse beytragen.
b) In einem horizontalen canal kann auch eine stillstehende wassermasse in Bewe-gung gesetzt werden, wenn von der einen Seite eine neue wassermasse eintritt, undnach der andern Seite die Oberfläche des canals mit einem andern wasser z. b. mit ei-nem Teich in einer Horizontal - Ebne stand. Hier werden also die obern Querschnitteauf die zunächst stehenden, vermöge der Flüssigkeit und cohäsion des wassers, einennruck ausüben, der die Ursache der Bewegung der übrigen Querschnitte, von welchenimmer einer den andern vorwärts schiebt, ist. Soll also vennittelst dieses Druckes derProfile auf einander, der zu den Grundursachen der Bewegung des Wassers zu zählenist, in dem canal eine fortdauernde Bewegung erhalten werden, so mufs derjenigeQuerschnitt, von dem die Bewegung ausgeht, stets eine gröfsere wassermenge durch-lassen, als die darauf folgenden Querschnitte, d. i. es mufs in Canälen oder in Flüssender 2ten Art stets eine gröfsere wassermenge zufliefsen, als abfliefst. Bey diesem Fallist also die Neigung des Stromes auch eine Folge, folglich keine Ursache der Bewegung.Dieser Fall, wo bey die Queerschnitte eines Flusses, von denen die Bewegung ausgeht,