Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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Grad seines Angriffes auf die rlufsufer. Es wird daher nothvvendig: die Einwirkungder Flufsrinne auf den Lauf des Stromes näher zu betrachten.

Ueber die Flufsrinne ziehen die Stromfäden hin, weil sie die tiefste stelle desFlussbettes ist. Diese Wirkung erfolgt aber nicht allein vermöge des Gesetzes derSchwere, sondern auch aus der Klebrigkeit des Wassers. Sie ist also in diesem Falleeiner anziehenden Kraft ähnlich. Das Bestreben des Wassers, ihr näher zu kommen,«nifs in dem Maafse' kräftiger sejn, je nachdem ihr Abfall bedeutend ist, oder jenachdem sie sich stromabwärts erweitert. (§.) Die von ihr angezogenen Stromfädenbilden daher mit der Läge der Flufsrinne eine schräge Richtung, so wie sie von denufern ab nach ihr hinfliefsen. Es entsteht also über ihr und in ihrer Nähe eine Zu-sammenziehung und Beschleunigung des Stromes, welche eine Senkung von dessenOberfläche verursachen.

Diese Zusammenziehung, und die Tendenz der Stromfäden nach der Flufsrinneoder dem stromstriche hin, ist aber für den ufer- und Deichbau von der äufserstenWichtigkeit, und von den wohlthatigsten Folgen. Aus ihr läfst es sich erklären,warum, selbst bey einem hohen Strome, die Beschädigungen, die das ufer treffen,nicht sehr beträchtlich sind, wenn die Flufsrinne vom ufer entfernt, oder nicht aufdasselbe gerichtet ist. Sie erklärt es auch, wefswegen der hohe Strom dem Rhein-ufer nicht so gefährlich ist, als der Wellenschlag beym herrschenden und starkenWestwinde. Das Bestreben des strömenden Wassers, sich nach der tiefsten stelle desBettes, folglich nach der Stromrinne, hinzuziehen, leidet indessen Modificationen,insbesondere dann, wenn diese Rinne sich abwärts zusammenzieht, (verengt) undso eine trichterförmige Gestalt bildet. Da werden nähmlich die untern wasserschich-ten in ihrem Abflüsse gehemmt, folglich auch die obern. Da nun, vermöge der Ei-genschaftflüssiger Körper, jeder Druck in der Masse fortgepflanzt wird $. 28., somufs derStrom in der Nähe einer trichterförmigen, sich unterhalb verengenden Flufsrinne re-tardirt werden. Daher kann es kommen, dafs der Strom über eine solche Flufsrinneerhoben ist. Wo sie aber nicht diese Gestalt hat, da wird der ström immer eine ge-senkte Oberfläche über die Flufsrinne haben. Dabey rnufs ich jedoch erinnern, dafsdie convexität des Stromstriches allemahl Wirbel und widerströme nach den ufern hinerzeugt, und dafs der sogestaltete Strom die ufer angreift, wenn derjenige mit einerim stromstriche gesenkten oder concaven Oberfläche den Strom von den ufern ab,und nach der Flufsrinne oder dem stromstrich hin zieht. Es ist also in der rrac-tik die Erweiterung der Flufsrinne (flufsahwärts) öfters sehr nützlich.

Die Senkung der Oberfläche wird aber um so beträchtlicher seyn müssen, jegröfser der Abhang des Flufsbettes und die Geschwindigkeit im stromstriche ist, weilalsdann das Wasser über der Flufsrinne hin, oder im stromstriche vermöge des grofsenAbhanges, viel schneller als an den ufern (liefst.