ist, nacli der Flufsrinnc, die dem concaven ufer näher, als dem convexen liegt,zugeworfen wird. Unter jedem aufgestauten rheil des Stromes, oder unter jedem, denStrom über seine natürliche Neigung aufschwellenden, also seinen Abflufs augenschein-lich hemmenden nindernifs, es bestehe aus einem scharf hervorstehenden ufer, odereinem künstlichen Bauwerke, wenn es gleich nur sehr wenig in den Strom hinein-geht, (siehe rab. 16. Fig. A und xab. 15. no. 3.) müssen widerströme erfolgen, weildie gestaute Strommasse sich, nachdem sie dasselbe zurückgelegt hat, schnell aus-dehnen kann, weil sie aus einem beengten profil in ein weites Übertritt. (S. Tab. 13,die im ahein vor Griethausen liegenden Bauwerke). Dafs dem so ist, beweisen diehäufigen Erscheinungen, die jedermann in lebhaften strömen beobachtet. In langsamfliefsenden und zugleich kleinen Flüssen und Bächen wird aber der widerstrom nureine schwache und unmerkliche Wirkung äufsern, weil das ganze aufgestaute Volu-men nicht Kraft genug hat, auf die untern Profile einen solchen Druck auszuüben,der ihre Stromfäden seitwärts treibt.
Jedes Bauwerk, das frey in den Strom hineingelegt ist, verursacht einen Auf-stau desjenigen strorntheils, der zwischen dem ufer und der Spitze des Werks abzu-flicfsen gehindert ist, weil hierdurch a) das Breitenprofil des Flusses geschmälert ist,und b) der Strom seine natürliche Neigung nicht behält. Ein solches werk bewirktalso einen Kampf des so aufgestauten Wassers mit dem eigentlichen ström,.wodurchunterhalb dem werke die wiederströme entstehen.
Jemehr man daher das Breitenprofil des Flusses mit einem frey in den Stromhincingehenden Bauwerke schmälert, desto heftiger wird der Kampf des aufgestautenWassers mit dem durch dieses profil fliefsenden Volumens seyn müssen, und destogröfsere widerströme werden unterhalb bewirkt. Aus diesem Gegeneinanderströmendes aufgestauten Wassers und des eigentlichen Stromes entstehen nun auch oberhalbeinem solchen Bauwerke, oder einer weit in den ström hereintretenden uferecke,Wirbel , die die Geschwindigkeit des Stromes stören. Beyde Effecte kann man vorzüg-lich da, wo werke perpendiculär auf die Flufs-Rinne liegen, sehen.
$. 5Ö. Da nun der durch ein natürliches oder künstliches Hindernifs, d. i. durch einehervortretende uferecke oder durch Bauwerke in seinem Kaufe gehemmte oder aufgestautestromabschnitt desto stärker auf den vor das nindernifs vorbeyziehenden Strom drüc-ken kann, je gröfser sein Volumen ist: so mufs nothwendigin schnellen, tiefen und grofsenFlüssen, je nachdem das Bauwerk weit in die Flufsbahn hineingeht, der oberhalb demselbenliegende strombezirk bedeutend aufgestaut, und der untere Strombezirk gesenkt werden.Indem also ein gröfseres aufgestautes Volumen kräftiger auf ein niedriger stehendeswirkt, so müssen in gröfsern Flüssen auch gröfsere widersströme als in kleinen Flüs-sen entstehen. Kleinere Radien werden die widerströme aber haben müssen,' wenndas nett einen grofsen Abhang hat, weil alsdann der aufgestaute Strom sich gleichum das Bauwerk umdreht, und auf das ufer fällt. Diese Wirkungen kann man bey