Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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§. 63. Ein regulärer Flufs , dessen ufer parallel und in gerader Richtung laufen, indessen Mitte die Strom - Rinne liegt, dessen Abhang gleich der Neigung ist, worin inallen möglichen perpendiculairen (in gleichen Entfernungen von den ufern) im Längen-profile eine und dieselbe Geschwindigkeit statt hätte; ein solcher hydrometrisch regu-lärer Flufs würde einen halben Kreis zur Figur des umfangs seines Bettes haben. Tref-fen nun zwar bey natürlichen Flüssen diese Data nicht so zu, so ist doch gewifs einsolcher regulärer Flufs das Ideal , welches die wasserbaukundigen in den mehrstenFällen vor Augen haben sollten, wenn sie Vorschläge über die Rectificationen der Flüsseund über die Entfernung der ueberschwemmungcn entwerfen.

Man deute diefs aber nicht so aus, als wenn ich so lange an einem Flusse gebau-wissen wollte, bis er ein solches reguläres Bett erhalten habe, das man weder antreftfen wird, noch hervorbringen kann, es miifste denn ausgemauert werden. Näher wirdman diesem Ideale aber kommen, wenn zweckmäfsig, als wenn zwecklos gearbeitetwird, und vorzüglich dann, wenn die Entwürfe stets zur yertiefung des gesammtenBettes abzwecken. Jemehr nämlich das Bett vertieft wird, desto niedriger steht der Strommit seiner Oberfläche, und desto weniger sind ueberschwemmungen zu fürchten.

Die Gestalt der Breitcnprofile (der umfang des Bettes) hat demnach einen wesent-lichen Einflufs auf die Geschwindigkeit im stromstriche, und auf die, in der Nähe dervfer. Die erstere wird z. b. grüfser seyn, wenn das Bett einen triangelförmigen um-fang hat, als wenn es trapezförmig gebildet ist. (*) Hieraus sehen wir auch, dafs inwenig Material führenden Flüssen die Bauwerke sich in die rlufsbahn hinein verlierenmüssen, um nicht durch die hohe Aufstauung von einem rheil des Stroms die Geschwin-digkeit vor dem Bauwerke dergestalt zu vergröfsern, dafs daselbst eine schädlicheriefe entstehe. Eine vor dem nopf eines Bauwerks liegende bedeutende Tiefe ziehtnämlich nicht nur den stromstrich, so wie auch die Eismassen an, und wirkt daherauf die Richtung des obern Stromes nachtheilig, indem man denselben doch von dem ufer,vor welches das Bauwerk liegt, entfernen wollte, sondern sie vermehrt auch den An-griff auf das Bauwerk, und auf dies ufer selbst.

In den wenig Material- führenden Flüssen, wo die Anhägerung sowohl oberhalb,als unterhalb den Bauwerken nur nach Jahren statt findet, und die ein aus feinenstoffen bestehendes Bett haben, wird man niemals mit isolirt in den Strom liegenden,viel weniger mit perpendiculären werken, einen erwünschten Effect hervorbringen; essey denn, dafs die Geschwindigkeit des ihre Krone erreichenden Stromes sehr ge-ringe, etwa zwey schuh in der secunde betrüge. Anders verhält sich diefs aber bey

(*) Zu Entwässerungsgraben aber, die geradlinigte seitenwände haben, und in weichen Boden gegrabenwerden müssen, kann auch ein solches profil gebraucht werden, welches der ober - Baurath Eytel-wein in seinem vortrefflichen nandbuche der Mechanik fester Körper und der Hydraulik S. 187* ver-schlägt. Setzt man die Höhe eines solchen Profils ZZ e, so ist seine untere Breite ZZ,2 e, der umfang•zz 4 e > UI *d der Inhalt ~ % e-.