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Flüssen , die viel Material führen, bey denen also auch die Wirkung der Bauwerke, d. i.hier die Anhäufung von Material, bey einem Hochgewässer geschieht.
Ein solch langsam fliefsender ström kann nämlich weder eine Vertiefung des Bei"tes, noch einen schädlichen Angriff auf gut construirte Bauwerke ausüben, folglichWird das werk auch nicht den Strom anziehen.
§. 64 . Vorzüglich verringern aber die Flufskrümmen oder Serpentinen die Geschwin-digkeit unserer Flüsse. Es ist nämlich der generelle Abhang des Bettes die wesentlicheUrsache der Bewegung. Da nun derselbe nothwendig geschwächt werden mufs, jenachdem der Flufs viele und grofse Krümmungen hat, folglich darin einen langemw:eg macht, als der gerade weg beträgt, so ist es klar, dafs die Serpentinen dieGeschwindigkeit je nach ihrer Länge verringern. Ein zweyter, den Lauf des Stromesverzögernder umstand besteht bey den rlufskrümmen darin, dafs, indem die Stromrinnein der pjähe des concaven ufers liegt, die strommasse selbst eine gröfsere Adhäsion"an diesem ufer erfahrt, welches eine Verringerung der Geschwindigkeit bewirkt. .
So einfach diese Darstellung auch ist, und so vollgültig sie von unsern Flüssen, diewir vor unsern Augen sehen, bestätigt wird, haben dennoch einige Schriftsteller davonabweichende Theorien aufgestellt. Einer schreibt sogar den Angriff des Stromes aufdas concave ufer einer Flufskrümme, der Fliehkraft des Stromes zu. Brünings drücktsich hierüber (in derholländ. Sprache) so aus : „ Diefs kömmt mir nicht der Sache ange-
messen vor, obgleich bey einer jeden Krümme ein Radius angenommen werden kann, so istes doch sehr befremdend, das centrum der Krümme für den Mittelpunct der Bewegung an-zunehmen, wenn man die Ursachen der Bewegung der Flüsse aufsucht. Meiner Meinungnach wird der Anfall des wassers auf das gekrümmte ufer aus der Richtung des Stromstrichserkläret werden müssen. Ueberdem lehrt die Erfahrung, dafs die Serpentinen denLauf der Flüsse Verträgen. Das unveränderliche Gesetz bey Flüssen, wornach das eineufer convex werden mufs, wenn das andere concav, oder ein schartufer ist, folgtaus dem umgekehrten Verhältnisse und dem unveränderlichen Moment der Profile (§. 35.),und es scheint mir ein Mittelpunct der Schwungkraft zur Erklärung dieses Gesetzesnicht nöthig zu seyn. Der Strom, durch zufällige oder künstliche Veranlassung aufein ufer hingeleitet, wird längs demselben Tiefe und Abbruch verursachen. Soll alsodas profil die nämliche Gröfse behalten, so mufs an dem gegenüberstehenden ufer An-wachs entstehen. Das ufer mufs also convex werden. Diese conyexität, welche an-fänglich die Wirkung von der Auswühlung des Bettes vor dem entgegengesetzten uferwar, wird nun die Ursache, dafs der ström je länger, desto mehr sich diesem ufernähert, und so nimmt also an der einen Seite die convexität, wie an der andern Seitedie concavität zu. u
Wer dem wasser in Flufskrümmen eine aus der Bewegung und Geschwindigkeitdes herumlaufenden Körpers entstehende Fliehkraft zuschreiben wollte, die den Kör-per , nach der Tangente, von dem Mittelpuncte der Bewegung zu entfernen strebt,
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