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es endlich nicht die widerströme, welche den tauf des Wassers verändern und be-. stimmen? Folgt nicht öfters daselbst, wo in dem Flusse Inseln liegen, ein hoherStrom "eine andere rlufs rinne, als der niedrige? Und bann man diese Fragen auchnicht gröfstentheils auf den Effect der Durchstiche anwenden? Gesetzt der Durchstich,*ergöfse sich da in den rluss, wo die Bahn des Flusses enge ist, wird dann wohl die. Geschwindigkeit in dem Durchstiche so beträchtlich seyn, als wenn sie weit wäre ? :
$. 67. Wir begnügen uns, diese Fragen dem eigenen Nachdenken der Leser vor-zulegen, die sie sich selbst leicht beantworten und einsehen werden, dafs man überdie Geschwindigkeit, welche in Durchstichen entstehen wird, keine genaue Berech-nung im voraus anstellen könne: wenn sie mit einiger Aufmerksamkeit die vorher-gehenden gelesen haben. Also auch bey Aufgaben, die den hydraulischen Effectder Durchstiche betreffen, können keine allgemeine Formeln angewandt werden. Wirwissen nur in hydrotechnischer Hinsicht, dafs die Durchstiche defswegen zur correc-tion der Flüsse und Abwendung der Inondationen so kräftig wirken, weil sie Eissto-pfungen verhindern, des hohen stroms Geschwindigkeit befördern, und ein tiefes Betthervorbringen, daher die nochgewässer und die Eisgänge schneller abführen. Daß sie we-gen der anfänglichen Vermehrung der Geschwindigkeit die Reinigung und Vertiefung derFlußbetten bewirken, den Strom längs den ufern vorbeyleiten, indem darin als in ei-ner geraden Bahn die Flufsrinne sich der Mitte dieser sahn nähert; die rlufskrümmenhingegen den Strom auf das concave ufer führen, und in ihren Engen schädliche, denStrom aufstauende Eisdämme hervorbringen. Wenn hier also die Durchstiche als sehr vor-theilhaft angepriesen werden,,so gilt diefs doch nicht bey allen Flüssen; denn es wärez. b. bey den schnellen und bey hohen wasserständen zur Schifffahrt fähigen Flüssen zuwünschen, dafs sich Serpentinen in ihrem Laufe fänden, um die Rapidität zu hemmen.Selten werden indessen reissende Flüsse in grofsen Krümmen fließen: in ihrer Bahnfinden sich gewöhnlich eine Menge Inseln und Kiesbänke, die viele Flufsärme bilden,und wodurch der schnelle Lauf des Stromes in etwas gemäßigt wird. Die Bergflüsse, der Königreiche,Baiern und Italien , die ich kenne, bestätigen diefs durchaus.
Ö8- Wenn sich zwey Gewässer, wovon jedes in ufer fließt, begegnen, so istes nach der Lehre des stosses, und aus der Mechanik bekannt, dafs ihr Abfluß oderihre Vereinigung gestört oder beschleunigt wird, je nachdem sie sich unter einemstumpfen oder spitzen winke! vereinigen. So einfach dieser satz, den die Natur derFlüsse täglich bestätigt, auch ist, so hat man doch einige sonderbare Theorien dar-über aufgestellt. Unter allen scheint die von Gennete, aus seinen versuchen miteinem künstlichen canale abgeleitete, die gefährlichste für die practik zu seyn "*),denn er bringt die sonderbarste von der weit zum Vorschein. Nach ihr sollen sichdie nauplflüsse nicht erhöhen, wenn gleich die Nebenflüsse sehr beträchtlich anschwel-len, indem er die Geschwindigkeit der großem wassermenge proportional setzt. Er
*) Experieuces suv les cours des fleuyes.