Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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widerspricht.gleich in der Vorrede*) der täglichen Erfahrung, wenn er sagt, dafs 'derinayn den Rhein nicht anschwellen, dafs der Rhein nicht die waal, und dafs die vsselnicht den Rhein erniedrigen könne, ungeachtet jener der waal, und diese dem Rheine ihr wasser, welches sie abfiihren, entz 1 ehen. Wenn diese Behauptung Statt fände,so könnten gar keine ueberschwemmungen eintreten, und es wurde einerley seyn»ob man der waal durch den Rhein 40 oder 100,000 cubik-Fufs in der secunde ent-zöge ! Er betitelt seine Erfahrungen: Paradoxa . Ja wohl sind sie diefs 1 Und eswürde sehr unnütz seyn, selbst zu keinem Nutzen abzwecken, wenn davon viel ge-sagtwürde. Der Abt Gaetano sertor hat Gennete rechtfertigen wollen**), Er meint,derselbe habe die von ihm mit den künstlichen Gerinnen angcstellten yersuche nichtauf i-Hisse anwenden wollen, welches er jedoch olfenbar und bestimmt, seile 6l bis75 gethan hat, wo er vorschlägt: die versandeten Flüsse in Holland dadurch zu rei-nigen , dafs man einen Flufs um den andern an den Stromscheidungen zuschliefsenmöchte, um die sämmtlichen wasser von zweyen strömen auf eine zeitlang in einenzu leiten. Wenn dann das Bett des einen vertieft wäre, so solle man diesen ver-schliefsen, und das wasser in den zuerst gesperrten leiten. Herrliche Vorschläge!D er pater Gauöio hat auch in Rom Experimente mit Gerinnen angestellt, und ähnlicheResultate wie Gennete zu finden geglaubt. Sein Hauptgerinne war 120u Fufs lang,nnd hatte einen schuh Abhang. Er leitete in diesem Hauptgerinne a ein anderes bein, welches die Hälfte der wassermenge des in a führte, und der wasserstand in anahm nicht zu. Die wassermenge des dritten Gerinnes c — b und die wasserhöhein a war demungeachtet dieselbe. Hieraus leitet er also ab, dafs in dem Gerinne adie Geschwindigkeit doppelt so grofs geworden seyn müsse, nachdem die wassermen-gen in b und c hinzugekommen waren. Ward der Zufluß» gleich 3 a, so nahm diesHöhe nur um zu, bey 4 a war die Hohe £ s -, bey 5 a bey 6 a um yb, bey7 a um | der anfänglichen nöhe angewachsen. Doch diese versuche können wenigniitzen, da wahrscheinlich das Hauptgerinne bey seinem Ab Hufs unbeschränkt war;weil darin nur ein sehr geringer widerstand an den wänden und auf dem Boden statthatte; und weil endlich sich die Ausflufs Öffnung des Gerinnes a nicht in einem Flusseendigte, welches doch hätte seyn müssen, wenn einige Analogie zwischen diesen Ver-buchen und der Natur der Flüsse hätte statt finden sollen.

Die Wissenschaft gewinnt bey noch andern Theorien wenig. Da betrachtetGuido Grandi die Vereinigung der Flüsse als ein Parallelagram der Kräfte, und zer-legt die rlüsse nach den Gesetzen der Mechanik***). Hieraus folgt zwar, dafs diespitzwinkeligste Einmündung mit dem Hauptflusse die zweckmässigste zur Abführung

*) Le nliin absorbe le Mayn ä Mayence, Sans que leurs eaux hanssent, ec Sans elargissement de lenrs lies,Voila ceqni confirme les experiences qne je fait ä mon aise, aveo mon fleuve artifioiel,

**) Dissertatione idrostatica sopra il concorso de Fiumi.

***) Man lese über diese Materie auch Kästners Hydrodynamik. 5 . 314.