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des Wassers aus dem Nebenflüsse ist. Und diese Theorie hat also doch einigen Nu-tzen für die rractik, worin man nicht oft genug die Nachtheile erwähnen kann,welche aus den recht- und stumpfwinkeligten Vereinigungen entspringen; denn einNebenflufs, der sich unter einem rechten oder wohl gar unter einem stumpfen win-ke! in den Hauptflufs einmündet, wird zurückgestauet. So trat z. b . ehemahls (alsich noch nicht die Mayndämme im Grofsherzogthum Hessen angelegt hatte) der Mayn,bey hohem Rheine , drey Stunden oberhalb der Mündung aus seinen ufern, und über-schwemmte die fruchtbarsten Fluren in einer Ausdehnung von mehreren Quadratmei-len, wegen der stumpfwinkeligten Flufsvereinigung. Soll dieses uebel auch in denGegenden bey Frankfurt , die nicht durch Dämme geschützt sind, vollkommen gehörben werden: so mufs man dem Mayn seine alte Mündung bey cassel wieder ge-ben , und da, wo er oberhalb Übertritt, müssen solide Dämme angelegt werden.Von der Natur haben übrigens alle Nebenflüsse spitzwinkeligte Einmündungen ge-habt, wie z. B. der Neckar , der Mayn, die sieg, die wipper, die Ruhr, und dietippe. Nur durch Unverstand hat man die kleinen Flüsse rechtwinkplig, oder wohlgar gegen die gröfsern geführt. Was sind es für Grundsätze, wonach man han-delte? welcher Ingenieur würde sich unterfangen, die geringen Flüsse zum streit ge-gen den Rhein anzuführen, da die Gewalt so ungleich ist! Doch es ist geschehen,und die Fluthen verderben so lange die Flufsgegenden, bis man sich entschliefsenwird, den Flüssen solche Mündungen zu geben, die mit den Grundsätzen der Hydrau-lik und mit der Erfahrung übereinstimmen. Die stumpfwinkeligten Einmündungen derFlüsse sind, wie mehrere Beyspiele zeigen, auch der Schifffahrt auf den Hauptflüssenäusserst gefährlich; sie lagern nähmlich so viel Flufsmaterial darin, welches das Fahr-wasser verstopft und das zugleich die Oberfläche des Stromes aufschwellt. So hatder Bach bey Marktbreit das Fahrwasser oder die rlufsrinne des Mayns im Jahre 1810fast gänzlich mit Material verstopft, und für die Schifffahrt nur eine enge Rinnegelassen, worin die schiffe aufliegen.
fiossut hat uns auch über diese Materie im Dunkeln gelassen, denn er sagt inseiner Hydrodynamik $. 840 . : „Wenn zwey Flüsse sich vereinigen, so ist die Breitevom Bette des Hauptflusses, worin sich der Nebenflufs ergiefst, allemahl geringer alsdie Summe der Breiten beyder Flüsse vor ihrer Vereinigung. Denn da in dem Haupt-flusse die wassermenge der beyden Flüsse strömt, so ist dessen Geschwindigkeit noth-wendig gröfser, als jede von den Geschwindigkeiten der beyden einzelnen Flüsse, undhieraus folgt, dafs da bey einerley wassermenge dieselbe Geschwindigkeit vorausge-setzt wird, der Queerschnitt des Hauptflusses kleiner seyn müsse, als die Queerschnittebeyder Flüsse vor ihrer Vereinigung.“ Diefs entspricht keineswegs den Wirkungender Natur. Alle im Königreich Baiern in die Donau sich einmündende Flüsse fliefsenschneller, als die Donau . Wenn bey de Flüsse, der Nebenflufs wie der Hauptflufs,niedrig stehen, so ist fast immer die Geschwindigkeit des erstem gröfser, als des