Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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letztem. So ist in' diesem Falle die Geschwindigkeit der sieg gröfser, als die desRheins. Tab. 3. Wächst aber der Rhein von der Mosel und Aar, und die sieg bleibtniedrig, so übertrifft die mittlere Geschwindigkeit des Rheins die der sieg, und wirddiese sehr hoch, und der Rhein bleibt niedrig *, so erhöhet sie den Rhein unterhalbder sieg. S. die Tabelle s.

So verschieden nun die wasserhöhen des Recipie#ten oder der darin sich ausmün-denden Flüsse sind, eben so verschieden sind die Wirkungen in Rücksicht der Ge-schwindigkeit, und dann werden diese auch von der Richtung, unter welcher sich derwebenflufs in den Hauptflufs einmündet, abhängen. Es wäre demnach, um zu einernähern nenntnifs dieser so mannigfaltigen Erscheinungen zu gelangen, nöthig, dafspegel an den Mündungen der Flüsse gesetzt, und hydrometrische Messungen, in Rück-sicht des Steigens und Fallen» der Geschwindigkeiten, so wie über die Neigung an-gestellt werden. Ohne solche Beobachtungen sind alle Bestimmungen schwankend.W äre man nach einer zahlreichen Reihe von Jahren noch nicht so glücklich, ein all-gemeines Gesetz ausfindig zu machen: so könnte doch über diejenigen Flufsvereini-gungen, die ein Gegenstand hydrometrischer Arbeiten sind, mit einiger Gewifsheitüber die Zunahme der Geschwindigkeiten geurtheilt werden.

§. 69 . Also mufs der wasserbaukundige trachten, stets die Nebenflüsse in denHauptflufs unter einem spitzen Winkel einzuleiten, oder beyde Flüsse auf diese Art anihren vereinigungspuncten, mittelst Bauwerken, zu trennen, um die Geschwindigkeitbeyder- Flüsse zu vermehren, und so ihre Hochgewässer und Eisgänge unschädlicherabzuleiten. Vorschläge der Art finden aber selten Eingang! So habe ich bey einerüber die bessere Leitung des Nekars bey Mannheim , und der Anlage eines Hafens, sowie über die Reinigung und Sicherung der Stadt gegen uebcrschwemmungen imJahre 1801 gehabten Local-commission, auch den Entwurf gemacht, den Neckar vondem Rhein mittelst eines diesen Grundsätzen entsprechenden Bauwerkes, zu trennenaber nichts ist von diesen Vorschlägen befolgt, sondern man hat im Gegentheil aufder einen Seite Mannheim mit einem tiefen Graben mit ungeheurem Aufwande einge-fangen, der die 1 ungesunde Ausdünstungen vermehrt, und eine wahre satyre auf dieschönen Flüsse Rhein und Mayn ist. Man hoffte nämlich, durch diesen Graben dieGegend zu verschönern, oder man gab diese Absicht wenigstens vor.

Da ferner die Nebenflüsse, während den Eisgängen, so wenige Hindernisse vondem Hauptflusse als möglich erfahren müssen, um nicht Eisdämme zu formiren, und.uebcrschwemmungen zu verursachen, wovon der Neckar und der Mayn Beyspiele sind:so müssen dieselben auch in Rücksicht ihrer selbst unter einem so viel als möglichspitzen W inkel in den Hauptflufs oder Recipienten geleitet werden,

70. Theilet sich nun ein Flufs in zwey oder mehrere ilufsarme oder Flufsäste,die erst nach Zurücklegung eines langen w r eges , oder gar nicht zu demselben zurück-kehren, so sind die Maximen, auf die man bey Regulirung der •Stromscheidung zu

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