Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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achten hat, für die rlufsbaukunde, ja! öfters für den gesammtcn wasserstand (§. 5.)eines Landes äufserst wichtig. Dieses tritt z. b. bey dem Rhein (rab. 14 . oder Tab.23.), welcher sich in die waal und den pannerdenschen canal, der weiter abwärts,bey der Insel candia (Tab. 14.) der Nieder - Rhein heilst, so wie bey der stromschei-dung des Nieder - Rheins Von der Yssel, die zu jenem nicht wiederkehrt, ein.

Bey Regulirung der Flufstln^lungen oder slromschenlungen mufs man vorzüglichdarauf hinauswirken: dafs jeder der abgeleiteten Flüsse, hier der Nieder - Rhein unddie waal eine solche wassermenge aus dem uugetheilten Flusse, d. i. hier aus demRhein (*) erhält, welche vermögen genug habe ($. 16 .), um sein Bett für die Schif-fahrt und den Abflufs des höchsten Stromes tief genug zu erhalten, die aber dennochnicht zu grofs für die engsten Profile zwischen den beyderseitigen Deichen oder na-türlichen hohen ufer sey. Um die Separation der Flüsse dieser Absicht gemäfs einzu-richten , mufs der wasserbaukundige die wassermenge des ungeteilten Flusses (hierdes Rheins) kennen, und die engsten Profile zwischen den Deichen der abgeleitetenFlüsse, so wie die Geschwindigkeit des hohen Stromes gemessen haben, um ollesdasjenige betrachten zu können, was ich beym Deichbau von den Deichweiten vortra-gen werde.

2.) Der Grundsatz, welchen man daher vorzüglich vor Augen haben mufs, ist,dafs der abgeleitete Strom (der wieder - Rhein ') , welcher mit seiner Mündung ausserder Richtung des ungeteilten Flusses (des ober - Rheins} liegt, allemal alles andere alsAbhang, wassermenge u. f. w. gleich gesetzt, eine geringere wassermenge erhält, al$derjenige abgeleitete Strom (die waal), dessen Mündung in die Richtung des unge-teilten Stromes fällt, vorausgesetzt, dafs seine Deichweiten nicht die des andernStromes übertreffen, ein Fall, der aber defswegen niemals eintreten wird, weil jasonst die Richtung des ungeteilten in denselben, uird nicht in den andern hätte fal-len dürfen.

Dieses mufs notwendig so seyn, weil der Strom des ungeteilten Flusses inden letztem geteilten Strom sich sogleich fortbewegt, also die seitwärts liegendeMündung des erstem geteilten Stromes (des wieder-Rheins) weniger wasser empfan-gen kann, als die Mündung der waal. Hieraus folgt demnach, dafs man, um einezweckmäfsige Theilung des Stromes (des ober - Rheins vid. rab. 23.) zu bewerkstel-ligen (wohl verstanden unter sonst gleichen umständen), den separationspunct derufer, d. i., eines an der Stromscheidung zu legenden Bauwerks A, welches ein sepa-rationswerk genannt wird, so nahe als möglich dem Trennungspuncte (Tab. 14.) derrlufsrinnen bringen, dafs man, wo möglich das separationswerk A in der Richtungdes Stromstriches von dem ungeteilten Strome, wenn derselbe vorher vollkommenhydrotechnisch regulirt ist, legen, und dafs man endlich mit diesem werke A so weit

(*) Die Holländer nennen zuweilen den Rhein von der stromscheidung his robyt die obere waal , weilehemals bey noby.t die waal vom Rhein sich trennte.