Band 
Erster Band mit acht und sechszig Kupfern.
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jener auch nicht so hoch und nicht so frühe (*) als in dieser erhoben werden, da-her läfst sich an den dänischen Küsten auch nur bey stillem Wetter die rluth wahr-nehmen (t). Diese letztere Erscheinung hat aber auch noch eine andere Ursache: diedänischen Küsten ^erhalten nämlich aus der Nordsee die Fluth seitwärts, und nicht inder Richtung der nördlichen Mündung, das ist, zwischen nindesnas und der nördli-chen spitze von Jütland . Der Lage dieser nördlichen Mündung in Rücksicht des Mee-* res, also, und einem Rif, welches von der Mitte der wesentlichen jütlandschen Küste(genannt HQrnet) ab, 8 Meilen weit in die see geht (das, wenn wir uns so ausdrückendürfen, ein Schöpfwerk bildet); so wie die Lindesnaser spitze, — müssen wir esbeymessen, wenn die Fluthrinne des jütlandschen Meerbusens vorzüglich längs Jütland hinzieht.

Dafs indessen die Nordsee auch von ihrer nördlichen Mündung einen zuflufs er-hält, wird durch zwey wichtige Naturerscheinungen erwiesen. 1°. Bemerkt man(nach der Angabe des Baron von LÖwenörn) zuerst vor der stavanger Bucht auf Nor-wegen ein ordentliches Steigen und Fallen der Oberfläche. Dieser berühmte Seeoffi-cier führt ferner an: dafs die Fluth regelmäfsiger und stärker werde, je nördlicherman kömmt, dafs sie aber gegen Lindesnas hin abnimmt. Es ist diese Erscheinungvielleicht aus der Lage der norwegischen miste, welche nördlich dieser Mündung ent-gegensteht, und südlich von ihr abweicht, zu erklären.

§. 88. Die zweyte Naturerscheinung, welche von dem grofsen Einflufs des oceansauf die Nordsee — vermittelst dieser nördlichen Mündung, zeugt, ist diese. Es er-hebt sich nämlich die Nordsee vom vliestrom an bis zur Elbemündung immer höherund dieses erkläre ich so. Das Gestade von der Nordsee steht ihrer nördlichen Mün-dung immer senkrechter entgegen, je mehr es sich der Elbemündung nähert; folglichmufs die Oberfläche des wassers höher vor der Elbe, als vor dem wliestrom steigen.Eine andere Ursache dieser Erscheinung wollen wir gleich anführen, wenn erst vonderjenigen geredet ist, die zum abwechselnden Steigen der Fluth, längs der deutschen und holländischen miste, beyträgt. Die oscillation der Nordsee mufs nämlich vondiesen beyden entgegengesetzten seiten her, das ist von ihrer nördlichen und südlichenMündung, irgendwo, und zwar daselbst, wo sich die Wassermassen begegnen, gerin-ger seyn, als da, wo jegliche wassermasse für sich fortschreitet. Diese geringe Er-hebung treffen wir nun längs der holländischen miste an. So beträgt z. b. der ordi-näre unterschied zwischen Fluth und Ebbe an folgenden orten: bey Blankenberg inFlandern l6 Fufs; bey Brouwershaven 8 Fufs; bey Goerree 5 J; bey Briel 5J-; bey nat-

(*) Defswegen tritt auch wolil die Hafenzeit vor dem Texel um 6 ulir, vor der Ems um g uhr; vor

der jalide, weser und Elbe um 12 uhr ein} wie der schiffs* capit'än Müller zu stade; in r. Zaclis

Eplieineriden 1798 S. 494, erwähnt.

(t) Von Zach’s allg. geogr. Ephemeriden rebr. I799 p, 126. u, 131,