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Aus allem diesen geht nun hervor: dals es aufs erst wichtig wäre , wenn wir ge-naue Beobachtungen hätten — die nicht nur den unterschied von Ebbe und iluth in.der iviündung des canals — an den holländischen, englischen und französischen, anden schottischen und norwegischen nüsten, und vor der Elbe ; aber in solchen punc-tcn, die etwas in das Meer hinein liegen, angäben; sondern die uns auch die Größedes nach der rluth und Ebbe erfolgten Stillstandes und zu welcher zeit er eingetre-ten sey, — die uns ferner die Richtung der Fluth (*) und der Ebbe , so wie ihre Ge-schwindigkeit zeigten. Wir würden alsdann, ohne zweifei, wie ich mir die Fort-pflanzung der Erhebung und Senkung des Meeres denke, gewähr werden : daß indem Meere kein eigentlicher rluthstrom , den wir an den Küsten bemerken, statt fin-det , sondern, daß der ocean sowohl als die Meere und großen Meerhusen, die mitihm in Verbindung stehen, nur eine oscillirendc Bewegung, bis zu einer gewissenwassertiefe, erhalten, und zwar vermöge der Erhebung ihrer Oberfläche und der wichti-gen Naturerscheinung wegen , wobey die flüssigen Massen in ihrer ganzen Ausdehnungden Druck fortpflanzen.. Diese oscillalion , bis zu einer gewissen riefe — die derAttractionskraft der beyden wellkörper und der cohäsion des Wassers entspricht —■gehend, ist es also, welche man so oft Fluthstrom genannt hat. Ein wirklicherStrom, wobey die gesammte Meeresmasse in Bewegung wäre, und also durch jedesprofil des Meeres eine gewisse wassermasse durchflöße, kann aber durchaus defswe-gen im aieer nicht statt finden, weil sonst eia solcher ström in sechs stunden vomAequator bis zum äußerten puncte, wo die Erhöhung des Meeres verspürt wird, lau-fen müßte- Welche ungeheure Schnelligkeit würde alsdann nicht entstehen? Könntedann wohl die Schiffahrt statt finden, und wie möchten die ufer einer solchen mitBlitzesschnelle strömenden Masse widerstehen ? Man kann sich dennoch die fort-schreitende Bewegung der Oberfläche des oceans, und zwar so vorstellen: dafs jedeunendlich kleine mit der Richtung des Aequators parallel laufende wasserwand , de-ren Hohe von dem Attractionsvermögen des Mondes und der sonne und von der co-häsion des Wassers abhängig ist, die nachfolgende fortschiebt, und daß auf dieseweise sieh die Bewegung in einer kurzen Zeit in die gesammte Masse des oceans, so wiein allen mit ihm in Verbindung stehenden Meeren, ausbreitet, ohne daß die Masseselbst schnell bewegt wird, Daher verspüren diejenigen Meere, die nach verhältnifsihrer Größe eine kleine Mündung haben, als z. b. die Ostsee , das mittelländische Meer,gar keine oder doch eine äußert geringe oscillation iu ihrer Oberfläche. Indem ich.mir nun eine Erhebung des gesammten oceans gedenke, so bedarf es ja keines Stro-mes um die oscillirende Bewegung hervorzubringen.. Da wo aber die wassermasseeinen w T iderstand an dem Gestade antrift,, muß notliwendig eine strömmung, bis zumBoden herab, entstehen, und zwar stärker nach Maßgabe dieses Gestade der fortwir-
(*) zum' Texei wird sie nach meiner Idee vom canal Herkommen; nördlich und Östlich des Texeis
wird sie aber ihren Zug von der nördlichen Mündung der Kordsee her erhalten.